Kann Gmünd sich Blumen leisten?

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Daran freuen sich viele Gmünder: Blumenschmuck auf den Verkehrsinseln. Natürlich kostet dies auch Geld. 100 000 Euro im Jahr. Gmünds Linke will hier andere Prioritäten setzen, mehr Geld in Sport- und Spielplatzpflege stecken. Oder mehr Mitarbeiter im städtischen Baubetriebsamt einstellen. (Foto: Laible)

Die Gmünder Linke kritisiert die Stadtspitze: Diese setze einzelne Prioritäten falsch. Was die Linken meinen: Sport- und Spielplätze seien ungepflegt, weil den Mitarbeitern des Bauhofs „ein Event nach dem anderen“ zugemutet werde. Die Stadt räumt Probleme bei Sport- und Spielplätzen ein, nennt jedoch andere Ursachen.

michael länge

Schwäbisch Gmünd. Die Presseerklärung der Linken listet eine ganze Reihe von Kritikpunkten auf. In den Stadtteilen, aber auch in der Innenstadt gebe es „ungepflegte städtische Grundstücke“. Der Bauhof werde vorne und hinten nicht mehr fertig, weil durch die Gartenschau und Neubaugebiete Flächen hinzugekommen seien, sagt Linke-Stadträtin Cynthia Schneider.

Ohnehin hätten die Bauhofmitarbeiter durch die Staufersaga und die Gartenschau eine „sehr hohe Zahl an Überstunden“. Die Linke fordert deshalb mehr Personal und neue Gerätschaften, wenn „dieses hohe Niveau an Grünpflege“ auf den Garten-schauflächen gehalten werden soll.
Problematisch sieht die Linke außerdem, „dass die ursprünglichen Planungen, einen Großteil der Grünpflege mit Ehrenamt abzudecken, nicht in Erfüllung geht“. Insbesondere im Landschaftspark Wetzgau lasse sich in der Zwischenzeit beobachten, dass neben dem städtischen Bauhof ausschließlich Fremdfirmen zugange seien. Dies sei ein erheblicher finanzieller und personeller Mehraufwand, dem kein ausreichender Ausgleich gegenüberstehe.
Über die Blumen in Kreisverkehren und auf Verkehrsinseln würden sich alle freuen, sagt Linke-Stadtrat Sebastian Fritz. Die Frage sei, „ob wir uns das leisten können“. Fritz sieht hier kein einzelnes, sondern ein „strukturelles Problem, das wir lösen müssen“.
„Es stimmt, dass die eine oder andere Fläche nicht in dem Zustand ist, in dem sie sein sollte“, sagt dazu Stadtsprecher Markus Herrmann. Der Grund dafür sei aber nicht, dass der Bauhof nicht mehr hinterher komme. Ursache dafür sei vielmehr, dass nur einer der vier städtischen Großrasenmäher laufe. Neue seien bestellt, jedoch noch nicht geliefert. Zudem hätten Spiel- und Sportplätze im Sommer immer wieder auch Regenerationsphasen.

Ein Versuch, „Ehrenamtlichen ans Bein zu pinkeln“
„Extrem irritiert“ sei er über die Feststellung der Linken über die Ehrenamtlichen. Diese impliziere, dass die Ehrenamtlichen nicht in der Lage seien, die Grünpflege zu machen. Dem sei nicht so. Im Gegenteil: „Die Ehrenamtlichen arbeiten hervorragend mit“, sagt Herrmann. Er bestätigte, dass es in Wetzgau Fremdfirmen gebe, doch bei Parkanlagen in der Größe des Landschaftsparks mit 17 Partnern gebe es immer einen Mix aus Bauhofleuten, Ehrenamtlichen und Fremdfirmen. Deshalb sei dieser Versuch, „Ehrenamtlichen ans Bein zu pinkeln“, unangemessen.

Gmünds Bauhof

Der städtische Bauhof hat 132 Mitarbeiter. Dies sind vier mehr als vor der Gartenschau. Sie sind zuständig für Grünpflege, Parks, Wechselbepflanzungen, 25 Sportplätze, 125 Spielplätze, 19 Bolzplätze, 12 000 Bäume, Straßenunterhalt und Winterdienst. Die Bepflanzungen im Remspark kosten 40 000 Euro im Jahr, die Bepflanzungen im ganzen Stadtgebiet mit Verkehrsinseln und Kreisverkehren 100 000 Euro. Sie verursachen 7800 zusätzliche Arbeitsstunden.