Kandidaten zur Bundestagswahl (2)„Verkehr, Straßen, Infrastruktur“

27. August 2013  Presse, Redaktion

Bild 2Auch wenn ich selbst im Jahr mehrere 10 000 Kilometer mit dem Pkw fahre, bin ich der Meinung, eine bessere Versorgung der Bevölkerung mit einem „vernünftigen“ ÖPNV ist seit Jahrzehnten überfällig. Was nutzt den Menschen eine Intercityverbindung Stuttgart nach sonstwohin, wenn die Anreise zum Bahnhof durch eine ausgedünnte Nahverkehrsplanung behindert wird? Der ländliche Raum muss für alle Menschen eine öffentliche Verkehrsinfrastruktur bieten, die eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht.

Öffentliche Mobilität ist Bestandteil der Daseinsvorsorge Mobilität und Versorgung im ländlichen Raum kostet Geld, deswegen müssen Landkreise finanziell in die Lage versetzt werden, diese Bedürfnisse zu gewährleisten. Und wir sollten nicht vergessen, ein funktionierender ÖPNV ist auf Dauer gesehen ein Mittel zum Schutz des Klimas; also nachhaltig.

Ständig wird darüber gesprochen, dass neue und bessere Straßen nötig sind , gleichzeitig wird seit Jahren erklärt: „Wir werden immer weniger“. Was denn nun? Wir haben einen Schwerlast– und Fernverkehr, der die bestehenden Straßen überlastet, und nicht nur die Autobahnen; fahren Sie mal von Gmünd nach Backnang, aber über die Landstraßen. Sie werden sich wundern, wie viele Lkw mit Kennzeichen aus halb Europa die sich durch die Gemeinden manövrieren. Der Bestand der Straßen muss zuerst in Ordnung gebracht werden, eine Ausweitung der Maut, auch auf „Schleichwege“, für Lkw sollte dienlich sein. Ansonsten ist auch überlegenswert, ob diese Just-​in-​time-​Fahrten für die Industrie sein müssen. Anscheinend sind bei bei neuen Industrie– und Gewerbegebieten Lagerflächen komplett ohne Bedeutung sind; man kann ja einen Lkw ordern, der gefälligst am 2. Mai 2014 vor dem Firmengebäude zu stehen hat, aber pünktlich um 9:44 Uhr, weil um 10 Uhr die Produktion startet. All dies greift auch in die Planungen der Kommunen und Kreise für infrastrukturelle Zukunftsplanungen ein.

Eine gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur wurde früher als Standortfaktor angesehen. Heute ist es wichtig, dass Regionen gut an überregionale Verkehrsnetze angeschlossen sind.

Solange Verkehrsplanungen einseitig auf wirtschaftliche Interessen fixiert sind, fehlt da etwas. An erster Stelle muss Infrastruktur in seiner Gesamtheit den Menschen dienen, dann muss es nachhaltig sein, so dass auch spätere Generationen einen positiven Effekt erleben und ganz wichtig: Planungen sollten keine Spekulationen sein.