Kahlschlag in Gmünd

07. März 2013  Gemeinderat, Presse, Redaktion

Zur überraschenden Baumfällaktion des Regierungspräsidiums.

Sehr guter und zutreffender Leserbrief in der Gmünder Tagespost!

Schon wieder sind in Gmünd schöne alte Bäume abgesägt worden – diesmal durch das Regierungspräsidium. Wenn es aber darum geht, die Motorsäge zu schwingen, brauchen Gmünder Institutionen und Privatleute nur selten Nachhilfe aus Stuttgart. Man muss es einmal aussprechen: Der alte, ökologisch wertvolle Baumbestand, der Gmünd so lange zu einer grünen Stadt gemacht hat, nimmt dramatisch ab – und das ausgerechnet während der Vorbereitung auf eine Landesgartenschau!

Ob am Johannisplatz, in der Uferstraße, in der Scheffoldstraße, am Nepperberg oder im Stadtgarten – wenn man die Kahlschlagorgien der letzten Monate und Jahre Revue passieren lässt, kann einem der Zorn kommen. Insbesondere mag man sich nicht ausmalen, wie viel von der einstigen Baumpracht des Stadtgartens noch übrig sein wird, wenn die umjubelte Erweiterung einmal abgeschlossen ist.

Meist geht es ja um angeblich „kranke“ Bäume und die Sicherheit der Bürger. Vielleicht hat ja plötzlich eine rätselhafte Seuche alle alten Bäume der Stadt befallen. Diese Epidemie kommt allerdings auffällig der Tabula-rasa-Mentalität einiger Planer entgegen, die Gmünd für „überforstet“ halten, und den Blick auf neue und alte Gebäude und Plätze möglichst frei haben wollen. Ihnen sei gesagt: Für die Lebensqualität einer Stadt ist das in Jahrzehnten und Jahrhunderten gewachsene Grün mindestens ebenso wertvoll wie Architektur. Neupflanzungen, zumal auf der grünen Wiese in Wetzgau, sind da auf lange Zeit nur ein dürftiger Ersatz.

Walter Beck,

Schwäbisch Gmünd

© Gmünder Tagespost 07.03.2013