Jetzt doch Testphase „Ums Stöckle“

21. Dezember 2017  Gemeinderat, Presse, Redaktion, Sebastian Fritz

Gmünds Gemeinderat hat einer Verbesserung der Fußgänger- und Radwege vom Sebaldplatz über den Zeiselberg zum Königsturm und zur Gmünder Innenstadt zugestimmt. Diese Wege sollen bis zur Remstal-Gartenschau 2019 fertig sein und so das grüne Band der Gartenschau 2014 vervollständigen. Die Kosten dafür betragen 264 000 Euro. Die Stadt kann beim Land Fördermittel beantragen.

Die Maßnahmen, die dazu gehören, sind bessere Fußgängerüberwege in der Unteren Zeiselbergstraße und beim Königsturm sowie eine Radquerung der Königsturmstraße beim Rinderbacher Gäßle. Die Fußgängerwege gehören zum Verkehrskonzept „Ums Stöckle“, das die Verwaltung aus finanziellen Gründen zurückstellen wollte.

Damit war die CDU-Fraktion nicht einverstanden. Ihr Ansatz: Mit dem vor längerer Zeit im Gemeinderat beschlossenen Verkehrskonzept „Ums Stöckle“ soll der Stau in der Königsturmstraße aufgelöst werden. Die Achsen durch Gmünd, die Remsstraße und die Königsturmstraße, müssten beschleunigt werden, sagte Christof Preiß (CDU). Er sah auf der Südachse zwei heikle Punkte: den Glocke-Kreisel und die Konrad-Baum-Kreuzung. An dieser Kreuzung regeln zurzeit Ampeln den Verkehr, der aus der Unteren Zeiselbergstraße und der Königsturmstraße aufeinander trifft. „Ums Stöckle“ sieht vor, die Ampeln zu entfernen und die Autos in Einbahnstraßen kreisverkehrsartig zu führen. Damit würden die Probleme an dieser Kreuzung gelöst, sagte Preiß. Der CDU-Fraktion ist dies wichtig. Deshalb beantragte sie – entgegen der von der Verwaltung vorgeschlagenen Zurückstellung – ein Provisorium für „Ums Stöckle“. Dafür veranschlagte Preiß etwa 300 000 Euro.

Die SPD habe schon früher eine Testphase gefordert, sagte dazu Konrad Sorg (SPD). Solle die jedoch Sinn machen, müssten an der Konrad-Baum-Kreuzung die Ampeln weg. Und die CDU solle sagen, wie das Provisorium aussehen soll.

Die Grünen hätten dem ursprünglichen Konzept „Ums Stöckle“ zugestimmt, sagte Karl Miller (B 90 / Die Grünen). Die Fraktion will die genauen Kosten fürs Provisorium wissen. Die Bürgerliste sei der Überzeugung, dass „Ums Stöckle“ die Stauprobleme nicht lösen werde, sagte Ullrich Dombrowski (BL). Als Stauursache sah er das Zusammenspiel Glocke-Baldung-Pfitzer-Kreisel. Dennoch unterstützte Dombrowski den CDU-Antrag, allerdings mit einem anderen Ziel: Während die CDU mit dem Provisorium zeigen will, dass „Ums Stöckle“ funktioniert, will die Bürgerliste zeigen, dass es nicht funktioniert. Und so sechs Millionen Euro sparen. Auch für Karin Rauscher (FWF) ist „Ums Stöckle“ nicht „der Weisheit letzter Schluss“. Sie sieht Optimierungspotenzial. „Wir sind überzeugt, dass ‘Ums Stöckle’ ein gutes Konzept ist“, sagte Sebastian Fritz (Die Linke).

Der Gemeinderat stimmte dem CDU-Antrag bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen zu. Die Verwaltung wird bis zur Bauausschusssitzung am 24. Januar die Testphase planen und mit Kosten hinterlegen. Auf der Basis der Erfahrungen beim Test wird dann der endgültige Baubeschluss vorbereitet.

© Gmünder Tagespost 20.12.2017 20:33