Ja zu Quartierhaus für Altstadt

team.cynthia.schneiderIm Spital zum Heiligen Geist in Gmünds Innenstadt wird ein Quartierhaus für die Innenstadt eingerichtet. Dort soll es Veranstaltungen für die Menschen im Quartier geben. Ansprechpartner wird für sie ein Quartiermanager. Das Projekt startet die Stadt gemeinsam mit der Stiftung Haus Lindenhof.

Schwäbisch Gmünd. Die Stadt, sagte Oberbürgermeister Richard Arnold deutlich, hat mit den Stadtteilkoordinatoren in der Südstadt, der Weststadt, der Oststadt und auf dem Hardt gute Erfahrungen gemacht. Sie sind Ausgangspunkt für das neue Projekt. Aufgabe des Quartiermanagers wird sein, das Wir-Gefühl im Quartier zu stärken und die Bürger in die Entwicklung des Quartiers einzubinden.

Mit im Boot ist die Stiftung Haus Lindenhof als Träger des Spitals zum Heiligen Geist. Die Stiftung hat in der Innenstadt eine Befragung durchgeführt. Deren Ergebnisse stellten Katja Koppelmann und Clemens Wochner-Luikh im Sozialausschuss vor. Im Quartier zwischen Sebaldplatz, Königsturmstraße, Baldungstraße, Remsstraße und Uferstraße leben etwa 4200 Menschen. Hat die Gesamtstadt einen Migrantenanteil von etwa 33 Prozent, so liegt dieser in der Altstadt bei etwa 54 Prozent. Die Stiftung hat 3064 Bürger befragt, 446 haben geantwortet. Dies sind 15 Prozent. 90 Prozent der Antworten kamen von Deutschen. Die Befragten schildern, wie sie leben. 70 Prozent wohnen in Mehrfamilienhäusern. 42 Prozent geben an, dass sie einen guten Kontakt zu ihren Nachbarn haben, bei 16 Prozent ist dieser eher gering. Mehr als die Hälfte kann sich eine ehrenamtliche Tätigkeit vorstellen. Als Wünsche der Befragten nannte Koppelmann für die Altstadt mehr öffentliche Toiletten, mehr Sitzgelegenheiten, mehr Beleuchtung und bessere Parkregelungen und Straßenübergänge.
Die Bürger des Quartiers, dies ist der nächste Schritt, werden nun zu einer Bürgerversammlung am Dienstag, 13. September, um 18 Uhr ins Spital zum Heiligen Geist eingeladen. Dabei wollen Gmünds Stadtspitze und Vertreter der Stiftung mit den Bürgern die Ergebnisse der Befragung auswerten. Bis dahin soll auch geklärt sein, ob das zunächst auf drei Jahre angelegte Projekt vom Deutschen Hilfswerk DHW gefördert wird.
Vertreter aller Ratsfraktionen begrüßten das Projekt: Dies sei für die Innenstadt ein gutes Instrument, sagte Elena Risel (CDU). Sie bedauerte den geringen Rücklauf bei Migranten. Weil die Struktur in der Altstadt mit vielen Zuwanderern und vielen Bürgern über 65 Jahre nicht einfach sei, befürwortete auch Gerhard Bucher (SPD) das Projekt. Wichtig sei, die Menschen mit Migrationshintergrund und insbesondere Muslime zu integrieren, sagte Gertraude von Streit (B 90 / Die Grünen). „Überfällig“ war das Projekt für Heidi Preibisch (Bürgerliste). Die „Urstadt“ sei bislang immer außen vor gewesen. Auch Dr. Dorothea Kossin (FWF) und Cynthia Schneider (Die Linke) begrüßten das Vorhaben. Schneider forderte für die Innenstadt zudem eine „politische Interessensvertretung“ wie einen Ortschaftsrat.

© Gmünder Tagespost 06.07.2016 19:49