Islamischer Religionsunterricht kommt

1432148528_phpAEuoJF.jpgEine breite Mehrheit unter den Stadträten ist für die Einführung des islamischen Religionsunterrichts an der Schillerrealschule und der Klösterleschule in Gmünd. Erste Erfahrungen hat damit die Rauchbeinschule gesammelt.

Kuno Staudenmaier

Schwäbisch Gmünd. Deren Rektor Klaus Dengler berichtete darüber in der gemeinsamen Sitzung des Verwaltungsausschusses und Sozialausschusses. Schüler der Klassen eins bis fünf erhalten dort zwei Wochenstunden islamische Religion. Die geforderte Mindestzahl von acht Kindern wird deutlich übertroffen, je Klassenstufe gibt es rund 20 Schülerinnen und Schüler muslimischen Glaubens, davon nutzen etwa 15 das Angebot. Religiöse Bildung sei ein Grundrecht. Klaus Dengler hat an seiner Schule die Erfahrung gewonnen, „dass die Kinder noch relativ wenig über ihren Glauben wussten“.
Christian Baron (CDU) sieht viele Gründe, die für diesen Religionsunterricht sprechen. Es gebe viele muslimische Kinder, man beuge damit vor, dass sie unvorbereitet extremistischen Strömungen ausgeliefert sind, es sei ein Zeichen der Integration. Allerdings müsse man damit rechnen, nicht alle Kinder zu erreichen, denn der Unterricht sei ja freiwillig. „Ja ohne Wenn und Aber“ sagt Michael Gseller (SPD) zum Angebot des islamischen Religionsunterrichts. Die Lehrkräfte für den Unterricht an der Klösterleschule und Schillerrealschule kommen aus der Rauchbeinschule, so antwortete Klaus Dengler auf eine entsprechende Frage Gsellers. Er hätte sich auch gewünscht, dass ein solcher Unterricht verpflichtend sei. Das aber ist nicht möglich, auch die Befreiung von der Teilnahme am christlichen Religionsunterricht sei möglich, betonte der Rektor der Rauchbeinschule. Gertraude von Streit (Grüne) lobt diese Initiative, sie mache viel Sinn. Ein solcher Religionsunterricht in deutscher Sprache sei transparent, könne ein objektives religiöses Weltbild vermitteln. Das sieht Werner Nußbaum (FW/FDP) ganz ähnlich, das Angebot sei eine erstrebenswerte Öffnung. Karin Rauscher lobt nicht nur den Unterricht auf Deutsch, sondern auch die Art und Weise, wie er zustande kommt. Zum dazu nötigen Bildungsplan hätten viele Beteiligte aus unterschiedlichen Gruppierungen beigetragen. „Eine gute Sache“, sagt Sebastian Fritz (Linke) zum islamischen Religionsunterricht. Die Gemeinderäte waren ohne Gegenstimme dafür, es gab nur eine Enthaltung.

© Gmünder Tagespost 20.05.2015 20:41:11