Investoren bleiben im Boot

Erneut stand gestern das Thema Neubau eines Hallenbads an der Nepperbergstraße („Gleispark“) im Blickpunkt des Gemeinderats. Die Linke und Bünd- nis90/Die Grünen scheiterten mit einem Antrag, umgehend aus der Investorenausschreibung auszusteigen, um stattdessen Bau und Betrieb in kommunaler Regie anzustreben.

SCHWÄBISCH GMÜND (hs). Das Projekt sorgt weiterhin für kommunalpolitischen Zündstoff. Die erneute heftige Diskussion gestern konnten Oberbürgermeister Richard Arnold und Bürgermeister Dr. Joachim Bläse nicht nachvollziehen. Sie wollten doch nach den erfolgten Dialogrunden vor deren Fortsetzung schlicht und einfach den Gemeinderat auf dem Laufenden halten. Bekräftigt wurde in diesem Zusammen das konstruktive Miteineinander mit der Bürgerinitiative Taubental. „Wir werden deren Konzept für Bau eines Hallenbads mit all den vorge- legten Zahlen und Fakten in die Bewer- tungsmaschinerie einfließen lassen“, versprach Bürgermeister Bläse.

Die für den weiteren Fortgang der Verhandlungen vorgelegten Beschlussanträge erschienen jedoch auch SPD-Fraktionschefin Sigrid Heusel als vorschnelle

Weichenstellung was die Projekt-Festschreibung der 50-Meter-Becken ohne 25-Meter-Alternative anbelangt. Heusel betonte: „Wir sind nicht gegen die 50-Meter-Bahnen, doch wir möchten gerne alles als Grundlage für weitere Entscheidungen auf dem Tisch haben.“

Anders sah das CDU-Fraktionsvorsitzender Alfred Baumhauer: „Irgendwann müssen wir doch mal klar sagen, was wir wirklich wollen!“ Er erinnerte and die vielen Jahre der zurückliegenden Diskussionen und auch daran, dass der Gemeinderat mit deutlicher Mehrheit der Verwaltung den Handlungsauftrag für die Investorengespräche gegeben habe.

Die beiden Stadträte Gabriel Baum (Grüne) und Sebastian Fritz (Die Linke) begründeten ihren Antrag für sofortigen Ausstieg aus der Investorenausschreibung wie folgt: Die Bürgerinitiative habe ein schlüssiges Konzept für Bau und Betrieb unter kommunaler Regie ausgearbeitet, worin auch jene Millionen verbucht seien, die die Stadt einem Hallen- badinvestor eh als Betriebsbeteiligung zahlen müsste. „Die Skepsis angesichts von unkalkulierbaren Risiken ist eher noch gewachsen“, so bewertete Sebastian Fritz die jetzt vorliegenden Investoreninfos. Ein solches Investoren-Bad bringe rein gar nicht, wenn sich ein normaler Gmünder Bürger den Eintrittspreis nicht mehr leisten könne. Jetzt sei noch der richtige Zeitpunkt, um aus dem Verfahren auszusteigen, ehe die Kosten für das Investoren- und Planungsverfahren weiter in die Höhe klettern. Stadtrat Werner Nußbaum (Bürgerliste) unterzog die 50-Meter-Bahnen, die der Schwimmverein fordert, einer kritischen Betrachtung. Die Mehrkosten dafür von kalkulierten 250 000 Euro pro Jahre seien im Vergleich zu einer „25-Meter-Grundversorgung“ mit acht statt sechs Bahnen viel zu hoch.

Bürgermeister Dr. Joachim Bläse wurde energisch. Er forderte die Kritiker des Projekts dazu auf, jetzt im laufenden Verfahrene nicht unnötig Ängste und Verunsicherung zu schüren, sondern abzuwarten bis konkrete Ergebnisse und Zahlen auf dem Tisch liegen.

Über einen ganzen Reigen von Änderungsanträgen für die Beschlussformulierungen wurde abgestimmt. Im Prinzip blieb alles beim laufenden Verfahren mit einer weiteren Dialogrunde von allen Beteiligten und der Ankündigung eines Bürgerentscheids. Die SPD legte größten Wert darauf, dass zuvor aber im Gemeinderat voraussichtlich Ende des Jahres ein konkreter Beschluss erfolge und erst dann hierüber die Gmünder Bürger ab- stimmen sollen.

Stadtrat Konrad Sorg formulierte das so: „Wir wollen uns bei einer solch großen Frage als gewählte Bürgervertreter doch nicht entmannen lassen.“