Inklusionsbeirat soll effektiv sein

Sebastian FritzWas brauchen Menschen mit Behinderung, um an der Gesellschaft teilhaben zu können? Mit dieser Frage soll sich ab April ein Inklusionsbeirat befassen. Als Berater für die Stadt und den Gemeinderat. Der Sozialausschuss hält viel davon – vorausgesetzt, der neue Beirat kann effektiv arbeiten.

JULIA TRINKLE

Schwäbisch Gmünd. Die Liste mit den künftigen Mitgliedern des Inklusionsbeirates ist lang: Menschen mit geistiger, körperlicher und seelischer Behinderung sollen dabei sein, Angehörige, Vertreter von Selbsthilfegruppen, die Behindertenbeauftragte des Landkreises, der Stadtjugendring, der Beirat für barrierefreies und seniorenfreundliches Schwäbisch Gmünd, die Wohlfahrtspflege, die Aktion Netzwerk und zudem Vertreter der Gmünder Gemeinderatsfraktionen. Oberbürgermeister Richard Arnold schlug vor, dass jede nur einen Vertreter schickt, statt die Anzahl nach der Stimmenverteilung im Gemeinderat zu bestimmen. Das müssten die Fraktionen nun diskutieren, forderte der OB auf.
Grünen-Stadträtin Gertraude von Streit meinte, der Beirat an sich sei sinnvoll, seine Größe berge jedoch die Gefahr, dass er nicht effektiv arbeiten könne. Auch SPD-Stadträtin Irmgard Boxriker regte an, das Gremium nicht zu groß zu gestalten, damit die Betroffenen ausreichend zu Wort kommen können.
Der Inklusionsbeirat hat das große Ziel, den Aktionsplan Inklusion für Gmünd umzusetzen. Dieser besteht derzeit in einem umfassenden Entwurf, der dem Gemeinderat noch zum Beschluss vorgelegt wird. Sandra Sanwald und Marcel Macho vom Amt und Familie und Soziales haben den Entwurf ausgearbeitet, der zu „Teilhabe und Teilgabe“ von Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft führen soll, sagte Sanwald. Ihre Stelle wurde ein Jahr lang über ein Förderprojekt vom Land finanziert. Im städtischen Haushalt ist nun eine 50-Prozent-Stelle für sie vorgesehen. Reichen 50 Prozent, fragte SPD-Stadträtin Brigitte Schoder. Linken-Rat Sebastian Fritz bezweifelte dies. Es werden sich bestimmt weitere Fördertöpfe auftun, zeigte sich Arnold zuversichtlich. Jetzt fange die Arbeit doch erst richtig an, meinte CDU-Rätin Elena Risel zum Aktionsplan. Und zwar mit einem ambitionierten Programm, sagte FW/FDP-Rätin Heidi Preibisch. Hier gelte „Learning by doing“.