Inklusion soll Wirklichkeit werden

team.cynthia.schneiderVor knapp neun Monaten ist die Stadt Gmünd der Erklärung von Barcelona beigetreten – einer Selbstverpflichtung für mehr Inklusion in der Stadt. Bis Februar 2016 soll ein Aktionsplan stehen, um die Erklärung umzusetzen.

Matthias Thome

Schwäbisch Gmünd. Für den Aktionsplan Inklusion hat die Stadt 72 000 Euro Fördermittel vom Land bekommen, insgesamt kostet das Projekt 85 000 Euro. Der Großteil der Summe wird für das Fachpersonal des Projekts benötigt. Sandra Sandwald wurde dafür ab 1. Februar als städtische Mitarbeiterin eingestellt. „Wir können sie bis 31. März 2016 mit Geldern vom Land beschäftigen“, informierte Dieter Lehmann, Amtsleiter für Familie und Soziales, am Mittwoch im Sozialausschuss. Sanwald sei Sozialpädagogin, zuletzt sei sie am Haus Lindenhof in Göppingen tätig gewesen. „Wir haben eine echte Fachfrau gewonnen“, kommentierte Lehmann.Zusammen mit dem 23-jährigen Marcel Macho, der selbst mit einer Behinderung lebt und mittlerweile beim Amt für Familie und Soziales arbeitet, stellte er das Konzept für einen Aktionsplan Inklusion vor. „Jeder Mensch muss immer und überall dabei sein können“, sagte Macho zur Zielsetzung des Aktionsplans. Dieser soll im Februar 2016 vorgestellt werden, im März soll ihn dann der Gemeinderat beschließen. Bei der Umsetzung des Aktionsplans soll ein Inklusionsbeirat, bestehend aus Menschen mit Behinderung und Menschen ohne, dem Gemeinderat als Ratgeber zur Verfügung stehen. „Die reden mit, sodass in Gmünd immer gesehen wird, was noch getan werden muss“, sagte Lehmann.Erste Gedanken zum Aktionsplan stehen bereits. So präsentierte Lehmann „die acht Regeln des Aktionsplans“. So müsse jedem Menschen Würde, Eigenständigkeit, Freiheit, eigene Entscheidungen und Unabhängigkeit in gleichem Maße zustehen. Auch eine Teilhabe an der Gesellschaft sei ein Muss, ebenso gleiche Chancen und gleiche Zugänglichkeit für alle. Lehmann setzt zur genauen Ausarbeiten auch auf die Beteiligung der Bürger, zum Beispiel in Internetforen. Auch Arbeitsgruppen würden gegründet, ebenso soll es am 30. April eine Auftaktveranstaltung geben.Alle Fraktionen im Sozialausschuss signalisierten ihre Zustimmung zum Aktionsplankonzept. Man sei froh, dass eine städtische Stelle dafür geschaffen wurde, sagte Elena Risel (CDU), auch die SPD unterstütze die Umsetzung der Barcelona-Erklärung, ebenso die geschaffene Stelle, sagte Irmgard Boxriker. „Ich freue mich über die Idee, das ist ein wichtiger und guter Anfang“, kommentierte Heidi Preibisch (FW/FDP). „Ich würde mich freuen, wenn der Gemeinderat mitmacht“, sagte Cynthia Schneider (Linke). Man trage Verantwortung für das Thema Inklusion.

© Gmünder Tagespost 05.03.2015 09:30:45