Im August geht es mit den Vorarbeiten zum Umbau von Baldung– und Pfitzerkreuzung los

Sebastian FritzDie CDU sieht sich in ihrer Ansicht bestätigt, dieSPD hält ihn nach wie vor für überflüssig: Am Mittwoch beriet der Bau– und Umweltausschuss des Gmünder Gemeinderates über die Vergabe des Umbaus der Baldungkreuzung zum Kreisverkehr

SCHWÄBISCH GMÜND (ml). „Das wird deutlich günstiger als ursprünglich befürchtet“, freute sich Tiefbauamtsleiter Jupp Jünger. Zur Erinnerung: Der Gemeinderat hatte die erste Ausschreibung des Kreuzungs-​Umbaus aufgehoben, weil die darin genannten Preise nicht finanzierbar waren. Die Mehrheit unter Führung der CDU folgte jedoch nicht der Ansicht der SPD, dass man es dann mit einer Ampelkreuzung bewenden lassen sollte, sondern führte die hohen Preise auf die große Auslastung der Firmen durch die damals noch parallel laufenden Gartenschau-​Bauarbeiten zurück.
In der Tat fielen die Preise bei der Neuausschreibung. Der Auftrag soll an die Firma Georg Eichele als günstigstem Bieter gehen. Beginn der Vorarbeiten zur Verlegung von Versorgungsleitungen soll Ende August sein, erläuterte Jupp Jünger. Am Anfang werde es auch keine Verkehrseinschränkungen geben.
Über den weiteren Ablauf wird der Gemeinderat in der September-​Sitzung informiert. Bis dahin werde auch feststehen, wann und wo voraussichtlich welche Sperrungen nötig werden.
Er sehe sich damit als Wett-​Gewinner einer Kiste Schampus vom bisherigen SPD–Gemeinderat Dieter Elser, der die rückläufigen Preise bezweifelt hatte, frohlockte Celestino Piazza (CDU). Er danke allen, die für den Kreisverkehr standhaft geblieben seien: „Ein Sinken der Baukosten von 2,4 auf 1,7 Millionen Euro ist doch ein Wort.“
Konrad Sorg (SPD) mochte das nicht so sehen. Eine Ampelkreuzung hätte man „für ‘nen Apfel und ein Ei“ bekommen, weil sie der Bund gezahlt hätte. Außerdem wäre die längst fertig und man müsste nicht weitere Monate Verkehrseinschränkungen hinnehmen.
In die gleiche Kerbe hieb Susanne Lutz (B 90/​Grüne). Die städtische Finanzsituation hätte den Verzicht auf den teuren Kreisverkehr nahegelegt. Die weiteren Beiträge von Ullrich Dombrowski (FW/​FDP), Karin Rauscher (FWF) und Sebastian Fritz (Linke) befassten sich unter anderem mit der langen Bauzeit von15 Monaten. Jupp Jünger erläuterte, dass dies maßgeblich der vielen Kleinarbeit mit Versorgungsleitungen geschuldet sei.
Im Vorfeld dieser Diskussion hatte sich der Ausschuss mit dem Energiebericht der Stadt für 2013 beschäftigt. Gebäudemanagerin Griseldis Deutschmann erläuterte, dass im vergangenen Jahr erneut weniger Wärme und Wasser jedoch mehr Strom verbraucht worden sei. Seit Beginn der Verbrauchserfassung wurden 20 Prozent Energie gespart, obgleich zehn Prozent mehr Flächen zu bewirtschaften seien. Leider schlage sich der Erfolg wegen der Preissteigerungen nicht im Haushalt nieder. Faktoren, die man berücksichtigen müsse, seien die längere Nutzung der Schulen durch die Ganztagsbetreuung und der lange Winter 2013.
Sanierungen wirkten sich positiv aus. Die angestrebte energetische Sanierung der Lindacher Eichenrainhalle werde 320 000 Euro kosten, die sich aber ebenso in sieben Jahren amortisieren werden, wie die Beleuchtungs-​Sanierung im Waisenhaus.
„Wenn wir mehr investieren könnten, könnten wir mehr sparen“, erklärte Bürgermeister Joachim Bläse als Finanzdezernent. Im Ausschuss ergab sich eine Diskussion darüber, ob das angewandte „Contracting“ angesichts der niedrigen Zinsen überhaupt noch attraktiv sei. Man stellte allerdings fest, dass es mit dem Contracting-​Partner keine negativen Erfahrungen gebe und die Stadt eben keine weiteren Schulden machen dürfe.