Herr Oberbürgermeister, die Zeiten werden rauer

30. September 2017  Gemeinderat, Presse, Redaktion
Gmünd ist in den vergangenen Jahren eine offene Stadt geworden. Hat sich entwickelt. Weg von der engen, mitunter spießigen Stadt. Hin zur jungen Stadt mit Lebensqualität. Diese Offenheit spiegelt sich in der Architektur, in Bauprojekten. Sie ist ein Verdienst von Oberbürgermeister Richard Arnold. Er weiß dies, er wirbt dafür, diesen Weg weiter zu gehen.

Gmünd erlebt in diesen Wochen viele Diskussionen über Bauprojekte. Über ein Freizeit- und Spaßbad am Nepperberg, eine Tanzlinde auf dem Lindenfirst, ein Pflegeheim beim Schönblick, eine neue Mitte in der Weststadt. Bei solchen Diskussionen spielt eine Rolle, dass Bürger neue Bauprojekte nicht vor ihrer Haustür wollen. Dass Individualität immer mehr Gewicht hat, Gemeinwohl immer weniger. Diese Punkte aber sind nicht allein ausschlaggebend. Viele Bürger sprechen aus, wie sie Stadtpolitik in diesen Wochen, Monaten wahrnehmen: oftmals als beschlossen, obwohl noch nichts beschlossen ist. Dies im Wissen, dass Arnold 10 000 neue Einwohner gewinnen will. Flächen also bebaut werden müssen, Häuser in die Höhe wachsen müssen.

Gmünd muss sich weiterentwickeln. Die Offenheit aber, für die Arnold wirbt, die muss er selbst leben. Dies bedeutet: Beschlüssen Zeit geben. Sie erklären, erklären, erklären. Und dabei wissen: Wer gegen ein Bauprojekt ist, muss deshalb nicht eng sein. Denn nicht jedes Bauprojekt steht für Offenheit. Arnold ist vor acht Jahren so angetreten: Nicht die Stadtspitze gestaltet Gmünd, sondern die Stadtspitze mit den Bürgern. Nicht einer, sondern alle. Darauf muss er sich besinnen. Sonst fällt er auf die Nase. Michael Länge

© Gmünder Tagespost 29.09.2017 19:31