HBG will Sportprofil und G 9

Gmünds Gemeinderat unterstützt eine Fortsetzung des G-9-Schulversuchs am Hans-Baldung-Gymnasium (HBG) sowie einen Antrag beim Regierungspräsidium auf ein Sportprofil an dieser Schule. Vor der Abstimmung hatte HBG-Schulleiter Veit Botsch die beiden Vorhaben erläutert. Der G-9-Zug, der Weg zum Abitur in neun statt acht Jahren also, habe sich gut etabliert, sagte er. Was Botsch hingegen kritisierte: dass fünfte Klassen seit dem Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung 30 Schüler hätten und in der siebten nur noch 27 oder 26 Schüler. Damit seien die fünfte und sechste Klasse zur „echten Orientierungsstufe“ geworden. Für die Kinder sei das nicht gut. Er hoffe, dass dies wieder besser werde, nachdem die Grundschulempfehlung künftig wenigstens wieder vorgelegt werden müsse.

Das Sportprofil habe das HBG schon 2016 beantragt, damals jedoch den Antrag wieder zurückgezogen, weil die Verteilung der Schüler an den drei Gymnasien zu unterschiedlich war. Dies habe sich inzwischen reguliert, alle drei Gymnasien hätten drei fünfte Klassen. Das Sportprofil bedeutet, dass die Schüler Sport in der achten Klasse als Hauptfach mit vier Stunden in der Woche wählen können.

Die Stadt befürwortet beide Vorhaben. Die Stadträte tun dies auch. Einige nutzten den Antrag jedoch zu einer Bewertung der Bildungspolitik im Land. Ein „Trauerspiel“, eine „Katastrophe“ sei diese in den vergangenen zehn Jahren, sagte Christian Baron (CDU). Baden-Württemberg sei bei der Leistung spitze gewesen, jetzt im unteren Drittel. Die Gemeinschaftschule funktioniere nicht, die Schülerzahlen seien eingebrochen. G 9 sei ein Lichtblick, denn G 9 gebe den Schülern mehr Zeit zur Reife und verringere das Lerntempo. „Wem haben wir G 8 zu verdanken“, fragte Konrad Sorg (SPD), um dann Dr. Annette Schavan, „inzwischen des Doktortitels entledigt“, zu nennen. G 8 sei eine Fehlplanung gewesen. Schavan sei nun im Vatikan und bitte um Absolution, sagte Gabriel Baum (B 90 / Grüne). Er begrüßte beides: G 9 und das Sportprofil. Dieser Haltung schlossen sich Heidi Preibisch (BL), Karin Rauscher (FWF) und Cynthia Schneider (Die Linke) an. Im Nachhinein treffe es immer jemanden, obwohl dies ein gesellschaftlicher Trend gewesen sei, sagte Bürgermeister Dr. Joachim Bläse zur Kritik an Schavan.

© Gmünder Tagespost 29.11.2017 20:07