Golfanlage und Bühne

Sebastian FritzDie Gartenschau hat längst ihre Pforten geschlossen, die Besucherströme sind versiegt. Doch eben daran zweifeln die Anwohner von Wetzgau/Rehnenhof. Dies zeigte sich in der Ortschaftsratssitzung am Freitag. Markus Herrmann von der Stadt, Gartenschau-Geschäftsführer Karl-Eugen Ebertshäuser und Weleda-Pressesprecher Theo Stepp erläuterten die anvisierte Nachnutzung des Parks. Diese stieß Anwohner sauer auf.

Anja jantschikSchwäbisch Gmünd-Rehnenhof. Am kommenden Montag gibt’s in der Friedensturnhalle auf dem Rehnenhof eine Bürgerversammlung. In dieser wird umfassend erläutert, wie eine Nachnutzung für den Landschaftspark Wetzgau aussehen soll. Wenn es nach der Stadtverwaltung geht. Die Ortschaftsräte erhielten bereits am Freitagabend in ihrer Sitzung umfassende Informationen. Der Geschäftsführer der Landesgartenschau, Karl-Eugen Ebertshäuser, erläuterte die Konzeption. So werden insgesamt 248 neue Parkplätze beim Friedhof und im einstigen Backstage-Bereich entstehen. Weitere „Überlauf“-Parkplätze sollen entlang der Hauptstraße zur Verfügung stehen. Beim „Dorfhaus“, einst „Kuhstall“ genannt, werden Toiletten angelegt. Kletterwald, Kreuztisch, Schnapsbrennerei, Trauzimmer und vieles mehr bleibt erhalten. Zusätzlich sollen neue Bäume im Bereich gepflanzt werden, wo die „Spielgolf“-Anlage erstellt werden soll. Hier übernahm der städtische Pressesprecher Markus Herrmann das Wort. Er informierte, dass zwei Gmünder Familien als Investoren und Betreiber für die „naturnahe Spielgolf-Anlage“ aufgetreten seien. Die Eingriffe für die Anlage seien relativ gering, da die Wege bereits vorhanden seien. Die Bahnen selbst seien mit naturmaterialien bestückt, lediglich die eigentlichen Spielbahnen sind mit Kunstrasen ausgelegt, so Herrmann auf Anfrage. Grasbelag wäre hier zu pflegeintensiv. Die Spielbahnen – wahrscheinlich werde mit acht angefangen – würden die Topografie aufnehmen. „Die Investorengespräche laufen, ein Landschaftsarchitekt ist im Boot.“ Eintritt müsse man dann wohl für Schläger und Bälle, nicht aber für den Zutritt zur Bahn zahlen, mutmaßte Herrmann. Ob die Bahnen eingefriedet würden, sei noch nicht geklärt.

Diverse Veranstaltungen seien bereits terminiert. Etwa Schnittkurse und am 26. April die Veranstaltung „Erlebnis Streuobst im Frühling“, so Herrmann. Auch von einem „Drei-Klang im Sommer“ sprach Herrmann. Gemeint war, dass eine Bühne errichtet, und an drei Wochenenden Platz für Open-Air-, Kleinkunst und örtliche Vereine bieten soll. „Aber noch nicht 2015. Die Terminierung war zu kurzfristig“, erklärte Markus Herrmann.
Sebastian Fritz (Linke) hatte Sorge, dass der neue Parkplatz am Friedhof Gefahren für Fußgänger bringe. Doch Ortsvorsteher Johannes Weiß vertrat die Ansicht, dass dies nicht so sei. Grund: „Da muss extrem langsam eingefahren werden.“ Zudem profitieren laut Weiß die Friedhofbesucher auch vom Parkplatz.
Als Pressesprecher der Weleda AG informierte Theo Stepp darüber, dass der Bereich, in dem die Weleda bei der Landesgartenschau ebenfalls Gärten für die Gäste angeregt habe, nun langfristig von der Weleda angepachtet werde. Die Gespräche mit den Besitzern laufen.
Als Sprecher der Bürgerinitiative vermisste Georg Schäfer die angekündigte Einbindung der Bürger in die Planung zur Nachnutzung. „Wir wollen keine Flächenversiegelung und wir wollen kein Golf“, machte er lautstark klar. Auch Andrea Stegmaier brachte ihren Ärger vor. Ortsvorsteher Weiß erinnerte an die Bürgerversammlung: „Dort können Kritik und Vorschläge eingebracht werden. Ich bin schon sehr gespannt.“

© Gmünder Tagespost 17.01.2015 08:17:29