Gmünd ist abgehängt

05. Mai 2011  Gemeinderat, Presse

Stadträte der Linken kritisieren die Stadtwerke

Überall im Land sei zu beobachten, wie sich Bürger, aber auch lokale Stadtwerke an der unumkehrbaren Energiewende arbeiten. In Schwäbisch Gmünd vermissen die Stadträte der Linken dieses Engagement. „Wir bedauern diesen Umstand sehr“, sagt Stadtrat Sebastian Fritz. „Wir sind auch irritiert über das Verhalten des Geschäftsführers Steffens.“ Der habe das Angebot zur Diskussion und zum Dialog „abgeblockt“ mit dem Verweis auf die Nicht-Öffentlichkeit des Aufsichtsrates.

Schwäbisch Gmünd. Diese Antwort wollen die beiden Stadträte der Linken nicht akzeptieren, da diese für sie den Anschein erweckt, dass die Stadtwerke an einer Energiewende nicht ernsthaft interessiert seien. Andere Stadtwerke – wie das Beispiel von Schwäbisch Hall zeige – verfolgten bereits mit Nachdruck die Umstellung auf erneuerbare Energien. So liege der Anteil selbst produzierter Energie aus regenerativen Quellen dort derzeit bei dreißig Prozent.

„Informationen und Auskünfte haben wir aus Schwäbisch Hall bereitwillig erhalten, ohne Vorbehalte und Verweise auf Diskussionsprozesse außerhalb der Öffentlichkeit“, beschreibt Sebastian Fritz. Die Stadtwerke in Schwäbisch Hall hätten ein klar formuliertes Ziel. Sie wollten bis zum Jahr 2020 hundert Prozent des Strombedarfes der Stadt aus erneuerbaren Energien erzeugen. „Das ist doch ein praktisches Beispiel an jenem sich die Gmünder Stadtwerke orientieren könnten“, findet Peter Yay-Müller.

Die spannende Frage für die Gmünder Stadträte der Linken ist, in wie weit der Anteilseigner ENBW einer solchen strategischen Zielsetzung bei den Stadtwerke Schwäbisch Gmünd entgegen steht? „Unter diesen Vorzeichen ist es uns völlig unverständlich wie es gelingen soll, den Kreistagsbeschluss des Ostalbkreises vom Mai 2010 umzusetzen, welcher besagt dass bis zum Jahr 2025 zu mindestens fünfzig Prozent des Energiebedarfes an Strom und Wärme aus regenerativen Energien stammt.“ Bei dem derzeitigen Tempo werde nicht einmal die Hälfte der halbherzigen Ziele erreicht, warnt Peter Yay-Müller.

Ein weiterer Beleg für diese Annahme ist die jüngste Äußerung des Wirtschaftsbeauftragten der Stadt Klaus Arnholdt. Der habe festgestellt, dass es in Schwäbisch Gmünd keine Flächen für Windkrafträder gebe. Das Land Baden Württemberg habe im neuen Windatlas die auch im Gmünder Raum den wirtschaftlichen Betrieb andeute. Darum verstehen die Stadträte die vorschnellen Äußerungen des Wirtschaftsbeauftragten nicht, denn in dem konkreten Fall möchte das Unternehmen juwi genau in diesem Bereich investieren.

Die beiden Stadträte wollen auch weiter gemeinsam mit Bürgern, Initiativen und Parteien den Prozess der Energiewende beschleunigen.

© Gmünder Tagespost 04.05.2011