Gmünds Wald soll umgebaut werden

Auch der Wald der Stadt Schwäbisch Gmünd und der Hospitalstiftung muss, zumal nach den vergangenen Trocken Sommern,verstärkt auf den Klimawandel eingestellt werden. Dazu gehört zum Beispiel, dass ein Teil der Fichten durch Douglasien ersetzt wird. Auch Eichen und einige andere Laubbaumarten, aber auch Tannen sollen verstärkt angepflanzt werden. Das schlug Klaus Schuler am Mittwoch dem Gmünder Gemeinderat vor. Der Experte vom Regierungspräsidium Freiburg stellte die sogenannte Forsteinrichtung vor einen Rahmenplan für die Be-wirtschaftung von Stadt- und Hospitalwald bis zum Ende des Jahrzehnts.

Der Gemeinderat stimmte diesem Plan zu. Auch künftig solle der Gmünder Wald verschiedeneF unktionen erfüllen: als Raum für Freizeit und Er-holung, als Lebensraum, als Klimastabilisator und als Wirtschaftsgut. Schuler machte deutlich dass der Gmünder Wald dafür vergleichsweise gut aufgestellt sei. Insgesamt habe der Baumbestand noch zugenommen, es gebe viele Biotope und FFH-Schutzgebiete. Gmünd habe bereits 60 Hektar des Waldes aus der Bewirtschaftung herausgenommen, dieser Anteil könnte noch um 40 Hektar erhöht werden. Trotzdem seien die wirtschaftlichen Erlöse für Stadt und Stiftung in den vergangenen Jahren noch ordentlich gewesen. Der Leiter des Gmünder Forstamts, Jens-Olaf Weiher, wies darauf hin, dass die Stilllegung auch ein Einfallstor für Borken-käfer sein könne. Sorge bereiten den Forstleuten die zunehmende Erwärmung und der Regenmangel in den Sommern. Deshalb setzen die Experten auf Bäume, die mit diesen Verhältnissen zurechtkommen. Aber „den idealen Baum haben wir noch nicht gefunden“, sagte Schuler. Positiv sei jedoch schonmal die Artenvielfalt im Gmünder Wald. Trotz des Klimastresses für den Wald sei vermehrter Einschlag sinnvoll, dabei könnten gezielt krankheitsgefährdete Bäume entnommen werden erklärte Weiher. Klaus Schuler wies auch darauf hin, dass im Gmünder Wald viele junge Bäume durch Wildverbiss geschädigt würden. Dies wies Thomas Maihöfer zurück, der für die CDU-Fraktion Stellung zu dem Thema nahm: DieJäger erfüllten ihre Abschusszahlen. Der klimabedingte Umbau jedoch sei nötig. Wichtig seien auch die Wirtschaftswege. Maihöfer kritisierte, dass viele Waldbesucher abseits der Wege unterwegs seien. Gabriel Baum. Sprecher der Grünen, sah in der Forsteinrichtung auch manche bedenkliche Entwicklungen. Vor allem die Trockenheit setze dem Wald stärker zu Die SPD-Fraktionsvorsitzende Sigrid Heusel war beeindruckt vom Aufwand für den Erhalt des ÖkoSystems Wald mit den verschiedenen Funktionen. Doch der vorgeschlagene Kurs sei richtig. Wenn nötig, solle die Stadt auch mal ein Jahr auf einen Erlös aus dem Holzeinschlag verzichten. Das Thema, das Linke-Sprecher Sebastian Fritz ansprach, trieb auch andere Stadträte um: Kann man angesichts der derzeit hohen Holzpreise und des Mangels an Holz als Baumaterial nicht dafür sorgen, dass Holz aus den Gmünder Wäldern auch regional vermarktet wird? Dafür allerdings sahen Schuler und Weiher kaum Chancen. Auf Anfrage der BL-Stadträtin Brigitte Abele konnte Jens-Olaf Weiher sagen, dass vom Borkenkäfer angegriffenes Holz durchaus noch wirtschaftlich verwertbar sei, wenn es frisch geschlagen wird.

Copyright Gmünder Tagespost 10.06.2021