Gmünds Linke formulieren zehn Thesen

Transformationsrat Kurz vor dem zweiten Treffen des neuen Gremiums benennt die Fraktion zehn für sie wichtige Punkte.

Schwäbisch Gmünd. Sie sollen gemeinsam ein Konzept für die wirtschaftliche Zukunft der Stadt Schwäbisch Gmünd entwickeln: die Mitglieder des neuen Transformationsrats. Oberbürgermeister Richard Arnold spricht dabei von einem ambitionierten Programm: „Wir möchten in neun bis zwölf Monaten fertige Empfehlungen auf dem Tisch haben, die Gmünd voranbringen sollen.“ Im 20-köpfigen Gremium sitzen Vertreter aus Verwaltung, Gemeinderat, Industrie, Handwerk, Handel, Gewerkschaft und Ökologie.

Nun hat die Linke-Fraktion im Gmünder Gemeinderat zehn weitere Thesen im Bezug auf die Arbeit des Transformationsrats formuliert. „Unserer Fraktion erschien es nach dem Auftakt des Rates als notwendig, sich weitergehend und grundsätzlicher mit den Herausforderungen zu beschäftigen“, teilt der Fraktionsvorsitzende der Linken, Sebastian Fritz mit. Die zehn Punkte der Linken-Fraktion im Einzelnen:

  • 1Angesichts der gegenwärtigen Krisen (Klimawandel, Corona-Pandemie, Krise der Automobilbranche etc.) ist eine Transformation in allen Bereichen der Gesellschaft notwendig.
  • 2Wirtschaftliche Transformation darf nicht isoliert betrachtet werden, da Ökonomie, Ökologie und soziale Gerechtigkeit in wechselseitigem Zusammenhang stehen.
  • 3Lokale Entscheidungen müssen in globaler Verantwortung getroffen werden.
  • 4Kurzfristige ökonomische Entscheidungen und die Ansiedlung neuer Unternehmen sind Weichenstellungen für die Zukunft. Darum müssen ihre mittel- und langfristigen Auswirkungen auf Infrastruktur, Lebensqualität und schon bestehende Unternehmen mitbedacht und verantwortet werden.
  • 5Es muss überprüft werden, ob bei ständig wachsenden Einwohnerzahlen langfristig die positiven Effekte die negativen Auswirkungen überwiegen.
  • 6Wirtschaftliche Transformation muss einhergehen mit dem Ausbau des ÖPNV, der Energiewende im Gebäudesektor und drastischer Reduzierung des Flächenverbrauchs.
  • 7Der GD-Chip wird zur Regionalwährung ausgebaut und damit der Einzelhandel und die regionale Wirtschaft gefördert.
  • 8Anstelle der Konkurrenz der Teilorte um Gewerbegebiete ist diesbezüglich ein Gesamtkonzept für Schwäbisch Gmünd notwendig.
  • 9Benachbarte Städte und Gemeinden müssen weniger als Konkurrenz betrachtet und stärker als kommunale Partner einbezogen werden, um gemeinsam mit ihnen die künftige wirtschaftliche und soziale Entwicklung im Ostalbkreis zu gestalten.
  • 10Gmünd soll sich aus der großen Abhängigkeit der Automobilindustrie lösen und sich vor Ort um den Aufbau von Alternativen bemühen.

Der Transformationsrat der Stadt Schwäbisch Gmünd trifft sich am Dienstag, 21. Juli, um 18 Uhr.

© Gmünder Tagespost 14.07.2020 22:14