Gmünder Linke wirft Bosch Management Vertrauensbruch vor

In einer gemeinsamen Presseerklärung zeigen sich die Linksfraktion im Gmünder Gemeinderat sowie der Ortsvorstand über den völlig maßlosen Stellenabbau bei dem größten Arbeitgeber der Region Bosch AS empört.“Man kann es nicht anders sagen: Bosch und einige weitere Zulieferer hängen immer noch im Schlafmodus fest! Das Management hat außer der Devise Arbeitsplatzabbau keine anderen Ideen wie der Transformationsprozess bewältigt werden kann. Das ist ein Armutszeugnis“, so Ortsverbandssprecher Christian Zeeb. „Das Bosch-Management weiß sehr genau, dass es ausreichend Instrumente gibt, die sich bereits in den Krisenjahren 2008/2009 bewährt haben. Statt diese zu nutzen und durch temporäre Arbeitszeitreduzierung die aktuelle konjunkturelle Delle zu überbrücken, zettelt das Management wieder alte Verlagerungsdebatten an, nimmt den Abbau von 1760 Stellen und die damit verbundenen familiären Schicksalsschläge billigend in Kauf. Wenn das stilbildend sein sollte für die anstehenden Transformationsprozesse in der Industrie, dann muss auch der Gmünder Gemeinderat sowie die Stadtverwaltungsspitze ziemlich schnell den Schalter umlegen und gemeinsam mit den Beschäftigten, dem Betriebsrat und der IG Metall auf Konfliktkurs gehen. Wir wissen um die Umbrüche. Das kann man aber auch gemeinsam, mit Anstand und mithilfe einer vernünftigen Mittelfristplanung angehen“, so Stadtrat Alexander Relea-Linder.Stadträtin Cynthia Schneider verweist zudem auf Unternehmensgründer Robert Bosch. Der sagte einst, dass er lieber Geld verlieren würde als Vertrauen. „Von dieser Integrität ist bei der aktuellen Bosch-Führungsriege kaum noch etwas übriggeblieben. Im Gegenteil: Der erst vor zwei Jahren verhandelte Zukunftspakt wird mit derAnkündigung weitere 1000 Arbeitsplätze abbauen zu wollen massiv angegriffen. Das ist ein schwerer Schlag und führt zu einem noch größeren Vertrauensverlust in der Belegschaft.„Wir werden an der Seite der Beschäftigten, des Betriebsrates und der IG Metall für jeden Arbeitsplatz kämpfen. Jetzt muss gehandelt werden. Deshalb rufen wir alle Gmünderinnen und Gmünder dazu auf sich an den Aktionen des Betriebsrates zu beteiligen und sich solidarisch für den Wirtschaftsstandort Gmünd einzusetzen“, so Fraktionschef Sebastian Fritz abschließend.