Gmünd will im Libanon helfen

Bildschirmfoto 2016-04-27 um 22.09.56Flüchtlingspolitik Stadt gibt 10 000 Euro für einen Schulbus. Schorndorf ist mit im Boot. Stadträte begrüßen das Projekt.

Schwäbisch Gmünd. Gmünd und Schorndorf wollen mit je 10 000 Euro einen Schulbus für eine Stadt im Nordlibanon finanzieren. Ihr Engagement ist Teil eines Programms der Bundesregierung. Dieses soll dazu beitragen, dass Flüchtlinge nicht nach Europa kommen, sondern in ihren Ländern bleiben. Oberbürgermeister Richard Arnold und Katharina Aubele, Gmünds Beauftragte für Städtepartnerschaften und Internationales, stellten das Projekt am Mittwoch im Gemeinderat vor. Aubele berichtete von Gesprächen mit der deutschen Botschaft im Libanon. Kein Land habe im Verhältnis zu seiner Bevölkerungszahl so viele Flüchtlinge aufgenommen wie der Libanon. Aktuell lebten dort etwa 5,8 Millionen Menschen. Vor Ausbruch des Kriegs in Syrien seien es etwa drei Millionen gewesen. Der Vertreter der deutschen Botschaft habe den Gmündern gesagt, sie sollten nicht nur Geld für den Bus geben, sondern sich die Situation im Libanon selbst anschauen. Sie würden auf eine katastrophale, eine „Elendssituation“ treffen. Mit dem Bus sollen Kinder in einer unsicheren Gegend sicher in die Schule gebracht werden.
Kein Feigenblatt
Alfred Baumhauer (CDU) begrüßte das Projekt, forderte, „mehr zu tun“ als ein „Feigenblatt, um Flüchtlinge dort zu halten“. Der CDU-Sprecher denkt dabei an ein längerfristiges Projekt. „Volle Zustimmung“ brachte auch Brigitte Schoder (SPD) zum Ausdruck. Es sei besser, vor Ort zu helfen. Und „es kann auch etwas mehr sein“, unterstützte sie Baumhauers Vorschlag einer breiter aufgestellten Hilfe. Auch Gabriel Baum (B 90 / Die Grünen) freute sich über Baumhauers Vorschlag. Er forderte die Stadt auf, dieses „Vorbild von Gmünd und Schorndorf“ mitzunehmen in den deutschen Städtetag. Gmünds „bescheidener Beitrag“ finde auch die volle Unterstützung der Linken, sagte Sebastian Fritz. Er sah eher den moralischen denn den finanziellen Wert. Auch Ullrich Dombrowski (Bürgerliste) verstand die Aktion als „Impuls“, damit andere Städte dem Beispiel folgen. Er fragte nach fortlaufenden Kosten für den Bus und den Fahrer. Darum kümmere sich eine „Nichtregierungsorganisation“, sagte dazu Aubele. Und Oberbürgermeister Arnold ergänzte: „Wir klinken uns ein in ein großes Projekt und sind Teil eines Puzzles“.

© Gmünder Tagespost 24.05.2017 18:38