Gmünd unter den Fahrradstädten im letzten Drittel

20. Mai 2017  Gemeinderat, Presse, Redaktion
Verkehr Stauferstadt erreicht bei ADFC-Umfrage den 74. Platz von 98 untersuchten Städten.
Schwäbisch Gmünd. Die Stadt Gmünd hat bei einer Umfrage zum Fahrradklima in deutschen Städten unter den Kommunen mit 50000 bis 100000 Einwohnern den 74. Rang von 98 Befragten erreicht. Die Umfrage hat der Allgemeine Deutsche Fahrradclub ADFC im Herbst 2016 durchgeführt. Er ermittelte die Fahrradfreundlichkeit deutscher Städte zum siebten Mal. Die Umfrage soll helfen, den Radverkehr zu fördern. Das Bundesverkehrsministerium unterstützt die Umfrage mit 120000 Euro.Der ADFC hatte seinen Interviewpartnern 27 Fragen gestellt, solche nach dem Stellenwert des Radverkehrs in ihrer Stadt, dem Komfort beim Radfahren, der Infrastruktur, dem Stress oder Spaß beim Radfahren oder der Erreichbarkeit des Zentrums. Den ersten Rang unter den Städten mit 50 000 bis 100 000 Einwohnern erreichte Bocholt bei 611 Befragten mit einer Gesamtnote von 2,29. Gmünd hat bei 92 Befragten die Note 4,1 erhalten. Mehrere Städte aus Gmünds Umgebung liegen vor der Stauferstadt: Rang 67 belegt Aalen mit 4,01, auf Rang 40 liegt Waiblingen mit 3,76 und auf Rang 24 Göppingen mit 3,53.

Die besten Werte hat Gmünd bei der Erreichbarkeit des Zentrums (3,2), der Öffnung von Einbahnstraßen in die Gegenrichtung (3,1) und bei der Wegweisung für Radfahrer (3,1). Die schlechtesten Werte hat die Stauferstadt bei der Falschparkerkontrolle auf Radwegen (4,8), bei der Ampelschaltung für Radfahrer (4,7) und beim Winterdienst auf Radwegen.

Die Umfrage ist Herausforderung und Ansporn.

Markus Herrmann, Stadtsprecher

Als „Herausforderung“ und als „Ansporn“ sieht Gmünds Stadtsprecher Markus Herrmann die Ergebnisse der ADFC-Umfrage. Die Stadtverwaltung werde sich die Ergebnisse der Umfrage noch genau anschauen. Dabei wisse die Verwaltung, dass Gmünd eine Stadt sei, die beim Radverkehr bislang nicht arg punkten könne. Allerdings habe die Verwaltung spätestens mit der Landesgartenschau 2014 begonnen, den Fahrradverkehr in den Blick zu rücken. Herrmann zieht durchaus den Vergleich mit anderen Städten aus dem Umland. Dass Göppingen und Waiblingen besser platziert sind, könne auch daran liegen, dass diese Städte zur Region Stuttgart gehören. Zudem vergleicht Herrmann Esslingens Ergebnis – Position 87 – mit Gmünd. Wie Gmünd habe Esslingen einen mittelalterlichen Kern, wie Gmünd liege die Stadt im Tal. Für solche Städte sei es nicht einfach, eine Infrastruktur aufzubauen. Nicht zuletzt durch die E-Mobilität, die die Tallage ein Stück weit wettmacht, habe sich Schwäbisch Gmünd auf den Weg gemacht, sagt Herrmann. Er sieht jedoch, dass in Sachen Fahrradstadt noch deutlich mehr passieren darf. Zumal sich, und dies nimmt Herrmann stark wahr, das Verhalten der Bürger verändert: Fahren sie heute auch bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad, so sei dies vor 15 oder 20 Jahren noch nicht so gewesen. Deshalb sei der Radverkehr für die Stadt ein „richtig bedeutsames Thema“, allerdings gehe es dabei auch darum, verschiedene Möglichkeiten der Fortbewegung zu kombinieren. Dies bedeutet: Verkehrsplaner schauen heute nicht mehr isoliert nach Auto, Rad oder Fußgänger, sondern Auto, Fahrrad und Fußgänger vernetzt.

Der ADFC hat mehr als 120 000 Bürger in 539 Städten befragt. Neben der Kategorie 50 000 bis 100 000 Einwohner gibt es die Kategorien „Über 200 000 Einwohner“, „Zwischen 100 000 und 200 000 Einwohner“ und „Unter 50 000 Einwohner“. In diesen Kategorien sind Münster, Göttingen und Reken die fahrradfreundlichsten Städte.

© Gmünder Tagespost 19.05.2017 18:42