„Gmünd ist ein Ort für alle“

Gmünd ist ein Ort für alle.“ Das sagte Bürgermeister Dr. Joachim Bläse in der Sitzung des Sozialausschusses am Mittwoch. In Gmünd sollen alle Menschen ein normales Leben führen können – egal ob mit oder ohne Behinderung. Damit das klappt, müssen Kinder mit Handicap bereits im Kindergarten inkludiert werden. Um das zu schaffen, hat die Stadt gemeinsam mit den Trägern der Kindertageseinrichtungen in Gmünd einen „Handlungsleitfaden Integration – Inklusion“ erstellt. „Es ist wichtig, dass wir im Kopf umschalten und verstehen, dass alle Kinder für uns und für die Stadt wichtig sind“, sagte Bläse bei der Vorstellung.

Der Plan gebe den Pädagogen in den Kindergärten eine Hilfestellung, sagte Andrea Geiger von der Kindergartenfachberatung. „Der Leitfaden zeigt uns, wie wir Inklusion umsetzen können.“ Ziel des Konzepts sei größtmögliche Teilhabe und minimale Exklusion. „Es soll kein ‘wir und ihr’ mehr geben“, erklärte Andrea Geiger. Die Erzieherinnen und Erzieher in den Kindergärten müssen lernen, die Begegnung zwischen Kindern mit und ohne Behinderung zu fördern, wie die Fachberaterin sagte. Wichtig dafür sei, dass die Pädagogen Fortbildungen besuchen.

Ulrike Hieber, Leiterin des Kinderhauses Regenbogenland, erzählte den Mitgliedern des Sozialausschusses aus dem inklusiven Alltag. In dem Kindergarten im Universitätspark seien derzeit vier Kinder mit Behinderung. „Die Integrationsarbeit macht uns viel Freude. Es ist wichtig, dass in den Kindergärten Integration gelebt wird“, sagte sie. Aber: „Es ist auch eine Herausforderung.“ Ulrike Hieber wünscht sich noch mehr Unterstützung im Alltag.

Mehr Unterstützung wünscht sich auch der Straßdorfer Stefan Sailer. Er ist Vater von zwei Kindern mit einem Gendefekt. „Wir haben viel Ausdauer gebraucht, bis unsere Kinder im Kindergarten angenommen wurden“, sagte er. Oft seien die Einrichtungen nicht für ein Kind mit Behinderung ausgestattet gewesen. Für ihre Fragen hätte sich die Familie eine Anlaufstelle gewünscht.

Cynthia Schneider (Die Linke) sprach sich ebenfalls für eine Anlaufstelle aus: „Es braucht ein Team, das für die Familien greifbar ist und sie an die Hand nimmt.“ Der Stadt war wichtig, in einem ersten Schritt, den Pädagogen mit dem Leitfaden einen Weg aufzuzeigen, wie Joachim Bläse sagte. „Wenn die Pädagogen eine Anlaufstelle für sinnvoll halten und sich an uns wenden, denken wir darüber nach.“

Der Leitfaden sei ein super Signal, sagte Elena Riesel (CDU). „Es ist wichtig, dass die Umsetzung bei den Kleinen beginnt.“ Sigrid Heusel (SPD) merkte an, dass es für den Leitfaden ein Maßnahmenpaket brauche. Es müsse geklärt werden, ob die Kindergärten mehr Personal benötigen. „Bei der Integration wurde bisher viel erreicht. Der Leitfaden ist sehr gut. Nun muss geklärt werden, welche Hilfestellungen weiter notwendig sind“, sagte Gabriel Baum, Sprecher der Grünen. Auch Heidi Preibisch (FW/FDP) meinte, dass die Stadt auf einem guten Weg ist. „Lasst und die Integration angehen“, sagte sie.maro

© Gmünder Tagespost 10.07.2019 19:10