Gmünd braucht i-Mobilität statt E-Mobilität

Schwäbisch Gmünd. Es gibt eine Gartenschau im Remstal, doch Besucher brauchen mehrere Tickets, um hier mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein. „Das ist ein Witz“, sagt Oberbürgermister Richard Arnold, als es am Mittwochabend im Verwaltungsausschuss um die Anträge der Fraktionen zum Haushalt 2019 geht, die sich nicht finanziell auf den Haushalt auswirken. Knapp ein Viertel der Anträge betreffen den Verkehr oder das Parken.

Die Bahnverbindung nach Stuttgart bringt die CDU-Fraktion zur Sprache: Der Halbstundentakt nach Stuttgart sei wichtig. Die Stadtverwaltung solle dem neuen Betreiber der Remsbahn, Go-Ahead, eine Verbindung zwischen Gmünd und Stuttgart ohne Zwischenhalt vorschlagen. Das passe dann aber nicht zu dem zusätzlichen Halt, der im Gmünder Osten geplant sei, hakt FWF-Rätin Karin Rauscher nach. Gmünd werde keine S-Bahn bekommen, sagt Bürgermeister Dr. Joachim Bläse dazu. Daher müsse – neben dem Fernverkehr mit weniger Stopps – der Nahverkehr gestärkt werden. Eine zusätzliche Haltstelle im Gmünder Osten unweit des Schießtalplatzes solle die Bahnfahrer aus Mutlangen, Gschwend und anderen Gemeinden im Norden Gmünds bedienen, sagt Oberbürgermeister Richard Arnold. Denn „wir müssen mehr Leute auf die Schiene bringen“, ist Bläse überzeugt. Dafür brauche es i-Mobilität für intelligente Mobilität statt E-Mobilität. Denn mit Elektro-Mobilen bringe man nicht ein einziges Fahrzeug von der Straße. Ein passendes Gutachten dazu wolle die Stadt zusammen mit dem Landkreis in Auftrag geben.

Inwieweit Parken außerhalb der Stadt möglich ist, bittet die Linke-Fraktion zu prüfen. Besonders attraktiv seien die Parkplätze dann, wenn sie ein Umstiegsangebot aufweisen, antwortet die Verwaltung. Das könne vom klassischen Fahrrad über ein Sharing-Bike bis hin zum Anschluss an Bus und Bahn reichen. Der Schießtalplatz etwa biete Potenzial dafür – eben auch durch die geplante Erweiterung des Gmünder Bahnnetzes.

Beim Berufschulzentrum und an der Pädagogischen Hochschule auf dem Hardt wird es – trotz Verbesserungen beim Busverkehr – immer auch Individualverkehr geben, da sind sich CDU-Fraktionsschef Alfred Baumhauer und Joachim Bläse einig. Daher fordert die CDU, die Stadtverwaltung soll bei Land und Landkreis auf den Bau eines Parkhauses drängen. Die Stadt habe sich im April erneut deshalb an das Landesamt für Vermögen und Bau gewandt, sagt Bläse. Das Land sei zuständig dafür. CDU-Stadtrat Christian Baron nennt die Antwort der Verwaltung „lapidar“. Die Parksituation sei „katastrophal“, betont SPD-Fraktionssprecherin Sigrid Heusel, die Anwohner seien sehr belastet: „Briefe schreiben reicht an der Stelle nicht aus.“ Er habe sich in Abstimmung mit Landtagsabgeordnetem Dr. Stefan Scheffold immer wieder an das zuständige Amt gewandt, sagt Bläse. Doch „ich baue dem Land kein Parkhaus“.

Das Thema Geschwindigkeitsbegrenzungen kommt durch einen Antrag der Grünen zur Diskussion. Viele meinten, die Stadt könne Tempolimits verhängen, wie sie Lust habe, stellt Bläse fest. Doch dafür gebe es gesetzliche Vorgaben. Über den Lärmaktionsplan könne die Stadt allerdings größere Areale auf Geschwindigkeitsbegrenzungen hin prüfen. Nach den Sommerferien werde die Verwaltung die Möglichkeiten aufzeigen.

Nach Lösungsmöglichkeiten sucht die Stadt auch bei der Frage, wie Menschen mit eingeschränkter Mobilität auf dem Pflasterbelag in der Innenstadt zurechtkommen. Etwa in der Bocksgasse, wo die ebenen Seitenflächen oft zugestellt sind. Bläse verspricht, Optionen zu suchen.

© Gmünder Tagespost 08.05.2019 22:55