Gmünd bei Integration auf gutem Weg

team.cynthia.schneiderSchwäbisch Gmünd. Bei der Integration ist Gmünd auf einem guten Weg. Dies sehen Stadträte mehrerer Ratsfraktionen so. Im Sozialausschusses lobten sie am Mittwoch übereinstimmend die Entwicklung der vergangenen Jahre, insbesondere den „Gmünder Weg“ zunächst für Flüchtlinge und inzwischen für alle Zugewanderten. Einziger Kritikpunkt: die noch nicht abgeschlossene Diskussion, ob Gmünds Ausländeramt zum Amt für Zuwanderung wird.Von 1980 bis 2008 gab es in Gmünd einen Ausländerbeauftragten, skizzierte der Integrationsbeauftragte Hermann Gaugele die Entwicklung. Von 1986 an einen Ausländerbeirat. Der Ausländerbeauftragte wurde 2003 zum Integrationsbeauftragten, der Ausländerbeirat 2005 zum Integrationsbeirat. 2008 entwickelte Gmünd ein Integrationskonzept mit Feldern wie Sprache, Ausbildung oder Arbeit, „um die Teilhabe zu verbessern“. 2012 begann Gmünd mit dem Aufbau einer Willkommenskultur – unter anderem mit einem Runden Tisch Integration, an dem sich alle für Integration Arbeitenden austauschten. Mit der Zunahme der Flüchtlinge folgte der „Gmünder Weg“, der ihnen durch Ehrenamt, Deutschunterricht und Hilfe bei Ausbildung, Arbeit und Wohnungssuche Teilhabe ermöglicht. Dieser „Gmünder Weg“ wird nun für alle Zugewanderten angeboten, auch für die, die seit Jahren in Gmünd leben. Denn „mehr als ein Drittel der Bürger hat internationale Wurzeln“, sagte Gaugele. Die Tendenz ist zunehmend. Gaugele präzisierte dies: Hatten 2015 noch 22 175 Bürger (36,5 Prozent) einen Migrationshintergrund, so waren dies 2016 bereits 22 895 Bürger (37,4 Prozent). Ein Zuwachs von einem Prozent also. Ziel des Prozesses ist Gmünd als „internationale Stadt“. Das Konzept sei gut, der Ansatz sei gut, das Personal sei gut, sagte dazu Bürgermeister Dr. Joachim Bläse.

Katharina Pfeifer (CDU), Brigitte Schoder (SPD), Gabriel Baum (Grüne), Heidi Preibisch (BL) und Cynthia Schneider (Die Linke) lobten den Integrationsbericht. Schoder und Baum drängten darauf, das Ausländeramt umzubenennen in Amt für Zuwanderung. Denn Schoder sieht, wie Baum, noch zu viel Neben- statt Miteinander. Bläse wies darauf hin, dass Integrationsbeiräte das Namensthema mit den Ratsfraktionen diskutierten. Die Bürger draußen seien „längst weiter“, erläuterte Bläse, dass zwischen der juristischen und der gesellschaftlichen Verwendung des Begriffs „Ausländer“ unterschieden werden muss. Letztlich, sagte der Bürgermeister, sei für die Menschen der Inhalt entscheidend. Nicht, was draufsteht.

 

© Gmünder Tagespost 26.04.2017 19:31