Gesamtkonzept für den Verkehr gefordert

Bettringern ist es ein großes Anliegen, dass künftig eine Straße vom Gewerbegebiet Gügling direkt zur Ortsumfahrung Bargau führt. Denn sie versprechen sich damit weniger Verkehr im Ort. Anwohner von Zimmern, Hirschmühle und Hussenhofen hingegen fürchten, dass eine solche Verbindung mehr Verkehr in ihre Ortschaften führt, in denen die Straßen dafür nicht ausgelegt sind. Das machten die Ortsvorsteher Karl-Andreas Tickert für Bettringen und Josef Heissenberger für Hussenhofen, Zimmern und Hirschmühle am Mittwoch deutlich, als es im Bau- und Umweltausschuss des Gemeinderats um den Bau der Verbindung zwischen dem Gügling und der Bargauer Ortsumfahrung ging. Ein wichtiges Argument für den Bau der Ortsumfahrung sei von Anfang an gewesen, dass dieser Anschluss gemacht wird, erinnerte Oberbürgermeister Richard Arnold.

Drei Varianten

Stadtplanungsamtsleiter Gerhard Hackner stellte die möglichen Varianten für den Anschluss an die Lise-Meitner-Straße auf dem Gügling vor. Während eine mögliche Trasse südlich des Solarparks Gügling mitten durch mögliche Gewerbebauplätze sowie ein Vogel-Brutgebiet führe, zerschneide die zweite Regenrückhaltebecken und Streuobstwiesen. Er favorisiere daher die dritte Variante, die am Gewerbegebiet und der bestehenden Straße verlaufe. Die Straße würde rund 6,1 Millionen Euro kosten. Wobei Gerhard Hackner sich dafür aussprach, das Gelände an der Stelle mit Erde aufzufüllen, wo es eine Mulde habe. Diese Geländemodellierung käme auf zusätzlich 500 000 Euro.

Letztlich ist es Sache des Gemeinderats, über die Straßenvarianten zu entscheiden. Im Vorfeld berieten sich die Vertreter der Fraktionen im Bau- und Umweltausschuss. Josef Heissenberger erinnerte an die Abstimmung über diesen Punkt im Ortschaftsrat Hussenhofen: einstimmig bei einer Ja-Stimme und ansonsten Enthaltungen. Angesichts der Entwicklung der Gewerbeflächen in und um Hussenhofen brauche es ein richtiges Verkehrskonzept, forderte der Ortsvorsteher. Dem pflichtete Stadtrat Georg Zimmermann aus Zimmern für die CDU-Fraktion bei: Es brauche eine Lösung für die Anbindung nach Zimmern.

Mit dem Bus auf den Gügling?

Stadtrat Johannes Zengerle aus Bettringen betonte für die SPD-Fraktion, wie wichtig die geplante Anbindung an die Ortsumfahrung sei. Er schlug vor, den öffentlichen Personennahverkehr so auszubauen, dass mehr Mitarbeiter mit dem Bus zur Arbeit auf den Gügling fahren. Als Vertreter der Grünen sprach sich Karl-Andreas Tickert für die dritte Variante aus, die am wenigsten Grünfläche zerschneide.

Auch Bürgerliste-Sprecher Ullrich Dombrowski sieht diese Variante als Favorit. Er zeigte sich zuversichtlich, dass für Zimmern eine gute Lösung gefunden werde. Stadträtin Dr. Constance Schwarzkopf-Streit von den Freie Wähler Frauen regte an, auch den mit der Anbindung zunehmenden Verkehr Richtung Lindenfeld und Waldstetten in den Blick zu nehmen. „Mit jeder Variante wird Natur zerstört“, erklärte Linke-Stadtrat Professort Dr. Andreas Benk, weshalb er keinen der Vorschläge für gut heiße. Er forderte ein grundsätzliches Umdenken hinsichtlich des Verkehrs.

© Gmünder Tagespost 24.06.2020 21:58