Gemischte Gefühle zur Verbundschule

04. Dezember 2014  Gemeinderat, Presse, Redaktion, Sebastian Fritz

Sebastian FritzDie Schillerrealschule und die Rauchbeinschule sollen in eine Verbundschule übergehen. Das sieht auch der Sozial- und Verwaltungsausschuss so – wenn auch teilweise mit gemischten Gefühlen. Über den Namen der neuen Schule wird aber noch diskutiert.
MATTHIAS THOME
Schwäbisch Gmünd. „Wie können wir eine zweite Säule anbieten, die zentral liegt und die uns Zukunftssicherheit gibt?“, fragte Bürgermeister Dr. Joachim Bläse die Räte des Sozial- und Verwaltungsausschusses. Mit dem Zusammenschluss der Schillerrealschule und der Rauchbeinschule zur Verbundschule, lautet die Antwort der Stadtverwaltung.
„Wir stehen voll hinter dem Konzept, das Stadt und Schulen gemeinsam entwickelt haben“, sagte Schulamtsleiter Hans-Jörg Polzer – er war Gast der Sitzung. Der Verbund sei eine gute Sache, sagte Polzer. „Die Verbundschule führt zu einer massiven Stärkung des Standorts Innenstadt und der zweiten Säule.“
Das Konzept der Verbundschule sieht eine Orientierungsstufe in Klasse 5 und 6 vor. In Klasse 7 und 8 werden die Schüler in die Kategorien grundlegendes, mittleres und erweitertes Niveau eingeteilt. Je nachdem, wo sie am Ende stehen, werden sie eher der Hauptschulprüfung oder der mittleren Reife zugeführt.
Gegenwind gab’s von der CDU. Zwar stimme man der Verbundschule zu, es seien aber „nicht naturgegebene, sondern hausgemachte Voraussetzungen“, die einen zu dem Schritt zwängen, sagte Christian Baron. Man sei Getriebener, müsse sehr kurzfristige Planungen umsetzen. „Für eine verlässliche Planung in Gmünd braucht es aber eigentlich Politik, die auf 20 Jahre ausgerichtet ist.“ Diese Probleme könne man jeodoch nicht lösen. „Jetzt soll es eben so sein.“
Daniela Maschka-Dengler (SPD) hielt dagegen: Immer wieder neue Bildungspläne seien weise, so passe man sich neuen Methoden und gesellschaftlichen Entwicklungen an. Auch den Standort der Verbundschule favorisiere man. Die einzige Sorge ihrer Fraktion: „Es gibt sehr viele Standorte der zweiten Säule. Hoffentlich führt das nicht zu zu geringen Schülerzahlen.“
Gabriel Baum (Grüne) sagte „entschieden Ja“ zum Konzept. „Damit kommen wir etwas nach, das wir schon früher wollten.“ Jetzt könne die Innenstadt den Bildungsstandort bieten, den man brauche. Karin Rauscher (FW Frauen) dagegen sagte: „Begeistert bin ich nicht.“ Aber die Stadt als Schulträger müsse reagieren. Sebastian Fritz (Linke) stimme „frohen Mutes“ zu. Man habe die Entwicklung der Stadt in den letzten Jahren immer mitgetragen, so auch jetzt. Die Zustimmung seiner Fraktion habe die Verbundschule, sagte Konrad Widmann (FDP). „Wenn auch nicht freudig.“ Er plädierte dafür, jetzt Eltern mit Informationen zum Konzept zu versorgen. Das sei viel wichtiger als ein neuer Name.
Und der sorgte für Diskussionsstoff: Es sei sehr wohl wichtig, was auf dem Schild steht, sagte Hans-Jürgen Westhauser (SPD) und plädierte für das „Flaggschiff Schillerrealschule“. Rein rechtlich sei die Stadt in der Namensgebung frei, sagte Polzer. Wenn sie keinen neuen vergibt, heißt die Schule „Grund-, Werk- und Realschule“. Er plädierte jedoch für „einen Schulnamen, der zieht“. Das sah auch Rauchbeinschulleiter Klaus Dengler so: „Der Begriff Realschule darf nicht wegfallen.“ Bläse versprach den Räten, die Namensgebung der neuen Schule noch einmal ausführlich zu diskutieren.
© Gmünder Tagespost 04.12.2014