Gemeinderat entscheidet klar fürs Konzept „Ums Stöckle“

Bildschirmfoto 2016-04-27 um 22.09.56Vier stimmten dagegen, zwei enthielten sich: Gmünds Gemeinderat hat am Mittwoch mit großer Mehrheit das Verkehrskonzept „Ums Stöckle“ auf den Weg gebracht. Dessen Ziel: den Verkehr auf der südlichen Achse zwischen West- und Oststadt flüssiger zu machen. Dazu wird an dem kritischen Punkt Konrad-Baum-Kreuzung die Ampel entfernt. Der Verkehr wird mit mehreren Einbahnstraßen aus dem Westen über Sebald- und Paradiesstraße in die Königsturmstraße geleitet, aus dem Osten über die Klösterlestraße als Einbahnstraße in Richtung Westen.

Die Stadträte diskutieren das Konzept „Ums Stöckle“ seit Jahren. Dass es am Mittwoch nicht nur eine Abstimmung gab, sondern einmal mehr eine Diskussion, ging auf das Konto von Ullrich Dombrowski (Bürgerliste). Die Stadträte seien sich einig, dass die Verkehrssituation auf dieser Achse verbessert werden müsse, sagte er. Dazu biete die Planung „sinnvolle Ansätze“. Ausgereift sei sie nicht. Dombrowski nannte kritische Punkte: Dass aus der Unteren Zeiselbergstraße 7500 Autos auf 6500 Autos aus der Paradiesstraße träfen, führe zu einem „Unfallschwerpunkt“. Und dass aus aktuell 13 Zebrastreifen im neuen Konzept 19 Zebrastreifen würden, führe nicht zu einem zügigeren Verkehr. Auch befürchtete Dombrowski einen „Flaschenhals“ in der Königsturmstraße an der Abzweigung Rosenstraße. Das Konzept verkenne, dass die Probleme lediglich „in Richtung Glockekreisel verlagert“ würden. Da die Stadt dafür viel Geld ausgeben werde, forderte Dombrowski eine „Testphase“.

Dombrowskis Kritik verwunderte Thomas Kaiser (CDU). All diese Punkte seien mit Verkehrsplaner Andreas Weber vom Büro Kölz diskutiert worden. Die 7500 Autos aus der Zeiselbergstraße und die 6500 Autos aus der Paradiesstraße könnten „gut ineinander fließen“, sagte Kaiser. Die Stadt habe nun ein „sehr gutes Konzept“, das „wir angehen und in der Planung verfeinern müssen“. Die Zebrastreifen dienten dazu, Fußgänger schneller über die Straße zu bringen, danach könnten die Autos schnell weiterfahren. Zu prüfen sei, ob auf die Ampel an der Abbiegung Königsturmstraße / Rosenstraße verzichtet werden könne.

Ein Ansatz sei gewesen, Fußgänger schnell auf den Zeiselberg zu führen und von dort über die Königsturmstraße, sagte Konrad Sorg (SPD). Dabei dürfe man sich „nicht die Lösung aller Probleme versprechen“. Die SPD denke mehrheitlich, dass es einen Versuch wert sei. „Wenn’s wirklich nicht geht, bauen wir’s halt wieder zurück“, sagte Sorg. Allerdings: Die jetzige Situation schreie auch nach einer Lösung.

Die Grünen könnten zustimmen, sagte Stadtrat Karl Miller. Die Verbesserung der Situation für die Fußgänger sei dabei vorrangig. Auch er forderte, einen Blick auf die Ampel Königsturmstraße / Rosenstraße zu werfen.

Diese Ampel und den Glocke-Kreisel hatte auch Dr. Constanze Schwarzkopf-Streit (FWF) im Blick. Dort fließe der Verkehr nicht gut genug ab, dafür brauche es weitere Ideen. Sie wies darauf hin, dass der Sebaldplatz mit dem neuen Konzept an Qualität verlieren werde. Und dass es für 7500 Autos aus der Zeiselbergstraße schwierig sei, in den Kreisel „Ums Stöckle“ einzufahren. Schwarzkopf-Streit schlug einen „großzügigeren Kreisel“ als den geplanten über Goethe-, Parler-, Zeiselberg- und Königsturmstraße vor.

Die Linke-Fraktion sah „viele Verbesserungen für Fußgänger“, Vorteile für den rollenden Verkehr, aber Probleme für Radler. Sebastian Fritz forderte deshalb Radschutzstreifen in der Königsturm- und der Klösterlestraße. Die Einschätzung, dass der Radverkehr bei der aktuellen Planung zu kurz kommt, teilte auch der Agenda Arbeitskreis Mobilität und Verkehr.

Oberbürgermeister Richard Arnold betonte, dass der Beschluss auch dazu diene, Probleme anzuschauen und die Planung zu verfeinern.

© Gmünder Tagespost 05.04.2017 20:13