Gegen Kommerz im Bürgerpark

28. November 2014  Gemeinderat, Presse, Redaktion, Sebastian Fritz

Kein Adventure-Golf, andere zusätzliche Anlagen oder Bauwerke, Veranstaltungen ausschließlich von örtlichen Gruppierungen oder Vereinen, die bereits präsent sind: Die Bürgerinitiative Bürgerpark, die sich am Donnerstagabend gegründet hat, wehrt sich gegen eine Kommerzialisierung des Himmelsgartens.
WOLFGANG FISCHER
Schwäbisch Gmünd-Wetzgau. 38 Besucher der Versammlung in der „Krone“ hatten letztlich per Unterschrift ihre Mitgliedschaft in der Bürgerinitiative erklärt. Bis dahin aber gab es teils hitzige Diskussionen und laute Worte über das, was den Nordstadt-Bewohnern in Sachen Bürgerpark versprochen worden war und ob mit dem Park-Areal auch Besucher aus dem Stuttgarter Raum angelockt werden sollen. Vor der Landesgartenschau seien Dinge versprochen worde, die nun nicht eingehalten werden sollen, sagte Sebastian Fritz, Mit-Initiator der Bürgerinitiative. Von Ruhe nach der Landesgartenschau sei die Rede gewesen, nicht von einem „touristischen Naherholungsgebiet“. Ganz klar abgelehnt wird die angedachte Adventure-Golf-Anlage – laut BUND-Regionalgeschäftsführer Andreas Mooslehner mit großen künstlichen Flächen eine „grausame Parodie“ auf eine Gartenschau. Mit-Initiator Georg Schäfer meinte, es müsse doch eine Nachnutzung zwischen Maisäckern und Adventure-Golf möglich sein. Immer wieder kam auch die Frage auf, ob die Weleda nicht doch schon Pläne für die Nutzung des an sie angrenzenden Gebiets „Lange Äcker“ hat – und welche. Ortsvorsteher Johannes Weiß dagegen hielt Behauptungen über Baupläne der Weleda für Gerüchte.
Zudem fühlten sich viele Besucher der Versammlung von der Stadtverwaltung „hintergangen“ und „belogen“. Ihnen sei für die Zeit nach der Landesgartenschau ein ruhiger Bürgerpark vor der Haustür in Aussicht gestellt worden. Nun aber tue die Stadt alles, um weitere Touristen und Neubürger anzulocken. Die Interessen der Bürger vor Ort dagegen würden „mit Füßen getreten“. Dabei hätten gerade die Bürger die Landesgartenschau zum Erfolg gemacht.
Ein Thema in der Diskussion war auch die früher zugesagte Öffnung des Parks. Ortsvorsteher Johannes Weiß sagte, dass die Stadt diese Öffnung immer wieder verschiebe. Der Weg entlang des Weleda-Geländes, so eine mehrfach geäußerte Forderung, müsse ebenfalls dauerhaft wieder freigegeben werden.
Scharfen Gegenwind bekamen Befürworter der Nachnutzungspläne für den Park. Stadträtin Susanne Lutz zum Beispiel, die argumentierte, es sei doch klar gewesen, dass eine Nachnutzung kommen müsse. „Weshalb wurde das dann nie gesagt“, fragte Mit-Initiatorin Andrea Stegmaier. Ortschaftsrat Stefan Preiß meinte, der Park, in den drei Millionen Euro investiert wurden, müsse einfach weiter genutzt werden.
Intensiv diskutierten die Mitglieder, welche Forderungen die Bürgerinitiative gegenüber der Stadt erheben soll. Sebastian Fritz formulierte es so, dass aus dem früheren Himmelsgarten kein Naherholungsgebiet mit Attraktionen speziell für den Großraum Stuttgart werden dürfe. Diese Pläne stünden in krassem Widerspruch zu den Bemühungen, das „schon jetzt viel zu hohe Verkehrsaufkommen“ auf der Nordschiene in den Griff zu bekommen. Die Initiative wolle die Forderungen der Bürger bündeln und ihnen Aufmerksamkeit verschaffen.
© Gmünder Tagespost 27.11.2014 22:28:07