Gartenschau – und jetzt?

Sebastian FritzDiskussion zur Nutzung des Geländes beim GT-Stammtisch in Wetzgau

Wie geht’s nach der Gartenschau im Himmelsgarten weiter? Kommt ein Freizeitpark? Ein Landschaftspark? Bleiben die Zäune? Wie entwickelt sich der Verkehr in Wetzgau und nördlich von Gmünd? Solche Fragen diskutierten etwa 30 Wetzgauer am Donnerstagsabend beim GT-Stammtisch in der Wetzgauer „Krone“

Schwäbisch Gmünd-Wetzgau. Die GT hatte die Wetzgauer zum Stammtisch geladen, um über die Zeitung zu reden. Was die Redaktion anders, besser machen soll? Wie die Leser – neben der gedruckten Zeitung – Website und Apps wahrnehmen, über die der Verlag die von Redakteuren recherchierten Informationen ebenfalls anbietet? Diese Fragen jedoch waren schnell besprochen. Weil in Wetzgau der Schuh an anderer Stelle drückt: Die Bürger diskutieren engagiert, wie’s nach der Gartenschau in Wetzgau weitergehtZwei unterschiedliche Haltungen kristallisierten sich dabei in der Diskussion heraus: Es gibt Bürger, die keine Zäune und auch kein übermächtiges Veranstaltungsangebot mehr wollen. Es gibt aber auch Bürger, die sich durchaus vorstellen können, dass von der Gartenschau einiges bleibt und Besuchern weiterhin Veranstaltungen angeboten werden.

Die Wetzgauerin Andrea Stegmaier beispielsweise warnte vor zu vielen Aktivitäten und dem damit einhergehenden Verkehrsaufkommen. Eine offene Frage ist für sie dabei, wo Autos künftig parken sollen. Stadt- und Ortschaftsrätin Susanne Lutz (B 90 / Grüne) sieht nicht, dass in Wetzgau nun ein Rummelplatz entsteht. Sie sprach sich dafür aus, dass eine nachhaltige Lösung für eine weitere Nutzung gefunden wird. Denn für die Gartenschau sei viel Geld investiert worden. Siegfried Lautner, Vorsitzender des Himmelsstürmer-Fördervereins, hält Zäune unbedingt für erforderlich, um den Turm und weitere Einrichtungen vor Vandalismus zu schützen. Konrad von Streit verwies darauf, dass bei einer Weiterentwicklung auf die Landwirtschaft und auf die Schäferei Rücksicht genommen werden müsse. Hubert Hiller sieht, dass sich in Wetzgau das „Meinungsbild gedreht“ hat. Die Bürger könnten sich nach der Erfahrung der Gartenschau durchaus ab und zu Veranstaltungen in Wetzgau vorstellen. Manfred Schlumpp sieht dies ähnlich: Man habe sich vor der Gartenschau nicht vorstellen können, wie die Gartenschau ist. Viele Wetzgauer würden sich nun wünschen, „dass man das auch weiterhin genießen kann“. Befürchtungen seien in Wetzgau da gewesen, die Stimmung habe sich aber gedreht. Ortsvorsteher Johannes Weiß ging am Donnerstagabend davon aus, dass es in Wetzgau zur Himmelsgarten-Nachnutzung noch viel Diskussionsbedarf gibt. „Es geht zu wenig um den Verkehr und zu viel um den Zaun“, sagte schließlich Lutz. Die Stadt unternehme zu wenig, um den Verkehr einzudämmen.

Skepsis gibt es in Wetzgau auch in Bezug auf die Rodelbahn. Dass Oberbürgermeister Richard Arnold das Thema „jetzt“ nicht aufgreifen will, bedeute dies, dass eine Rodelbahn eventuell zur Remstalgartenschau wieder aktuell werden könne, fragte Stadtrat Sebastian Fritz (Die Linke). Er mahnte zudem Investitionen in die Friedensschule an. Diese solle nicht hinten runterfallen. Dem pflichtete auch Ortsvorsteher Weiß bei, denn ab 2016 habe die zweizügige Friedensschule ein Raumproblem.

© Gmünder Tagespost 24.10.2014 22:47:14