Gärtnerei Fehrle soll ein Wohnviertel werden

13. Dezember 2018  Gemeinderat, Presse, Redaktion

Schwäbisch Gmünd. „Sahnestückchen“, „Glücksfall“: Mit solchen Worten kommentierten Sprecher im Bauauschuss am Mittwoch die Absicht der Familie Hokema, das Gelände ihrer früheren Gärtnerei Fehrle zwischen Goethestraße und Schwerzerallee mit Wohngebäuden bebauen zu lassen. Außer Albert Stadelmaier (CDU) stimmten alle Mitglieder den Vorgaben zu, die die Stadt der Familie für weitere Gespräche mit möglichen Investoren machen möchte. Baubürgermeister Julius Mihm erläuterte diese Vorgaben: Die Häuser am Rande des Planungsgebiets sollen sich in der Höhe den benachbarten Gebäuden anpassen, in der Mitte sollen aber auch Mehrfamilienhäuser möglich sein. Mietwohnungen sollen dort ebenfalls entstehen. Zwischen Goethestraße und Schwerzerallee soll ein Fuß- und Radweg durch das Areal verlaufen, aus dem der Kraftfahrzeugverkehr komplett verbannt bleiben soll. Autos sollen in eine Tiefgarage. Auch ein Platz soll im Innern des Areals entstehen. „Keine Hochhäuser, kein Verkehr“, fasste Oberbürgermeister Richard Arnold für die Anwohner, die die Sitzung verfolgten, zusammen.

Jakob Hokema, Sprecher der aus sechs Geschwistern bestehenden Eigentümergemeinschaft, versicherte, dass es noch keine konkreten Pläne für eine Bebauung gibt. Allerdings sei die Eigentümergemeinschaft derzeit im Gespräch mit vier interessierten Investoren. Natürlich müsse ein Verkauf für die Familie wirtschaftlich interessant sein. Doch er stellte klar, dass sich die Geschwister einig sind, einem Investor sehr genaue Vorgaben zu machen. Unter anderem denken sie an ökologische Bauweise mit Dachbegrünung und Fotovoltaik. Festgeschrieben werde auch, dass ein Investor das Grundstück umgehend bebauen muss und nicht als Geldanlage ruhen lassen kann. Wichtig sei ihnen außerdem das Einvernehmen mit den Nachbarn. Linke-Stadträtin Martina Rosenberger berichtete, dass Hokema in einem Schreiben an die Gemeinderatsfraktionen den Vorschlag gemacht habe, 40 Prozent der entstehenden Gebäude für Wohneigentum, 40 Prozent für sozialen Mietwohnungsbau und 20 Prozent für soziale Projekte zu verwenden.

Christof Preiß (CDU) schätzt, dass eine solche Bebauung des Gärtnerei-Geländes eine zusätzliche Aufwertung für die Weststadt bringt. Die Gebäude sollten den umgebenden Häusern angepasst werden. Konrad Sorg (SPD) bescheinigte der Familie Hokema echtes bürgerschaftliches Interesse.

Für die Grünen begrüßte Karl Miller das Vorhaben der Familie Hokema, insbesondere ihre Ideen zu ökologischem Wohnbau. Als „sehr positiv für die Entwicklung der Stadt“ lobte auch Ullrich Dombrowski (BL) das Vorhaben der Hokemas. Dr. Constance Schwarzkopf-Streit schlug vor, einen Architektenwettbewerb auszuschreiben und erst mit dem Ergebnis daraus nach Investoren zu suchen – oder auch gleich direkt an Bauherren zu verkaufen.

© Gmünder Tagespost 12.12.2018 19:10