Furcht vor „Mini-Gügling“

30. Januar 2020  Gemeinderat, Presse, Redaktion

Kritische Fragen und bislang keine konkreten Antworten in den jüngsten Ortschaftsratssitzungen in Großdeinbach und Rehnenhof-Wetzgau zeugen von Beunruhigung in der Bürgerschaft im Norden Gmünds. Es kursieren Hinweise und Gerüchte, dass im Rathaus über ein neues Gewerbe- oder gar Industriegebiet auf dem freien Feld auf Deinbacher Markung nördlich von Wetzgau nachgedacht wir.
SCHWÄBISCH GMÜND (hs). Vor allem bei den Bewohnern des Siedlungsgebietes „Laichle“ geht in den letzten Wochen die Furcht vor einem „Mini-Gügling“ um. Auch Erholungssuchende (Spaziergänger, Jogger usw.) und nicht zuletzt möglicherweise betroffene Landwirte wollen gerne wissen, was da passiert. Die „Laichle“- Bewohner, die eh schon in einer Art „Insellage“ eingeschnürt zwischen der B298-Ortsumgehung und der Markungsgrenze Mutlangen leben, verweisen auf eine drohende Belastung, weil direkt an ihnen auch die Erschließungsstraße in Richtung Waldstadion und zu den bislang landwirtschaftlich genutzte Ebene nördlich von Wetzgau führt.  Im östlichen Bereich der Felder, wo sich in direkter Nachbarschaft auch das Waldstadion und die Tennisplätze befinden, steht der Neubau des TSB-Sportparks bevor. Rund 4,5 Millionen Euro investiert dort der größte Gmünder Sportverein. Dieses Projekt findet bei den Bürgern in Wetzgau und im zu Großdeinbach gehörenden Wohngebiet „Laichle“ weitgehend Wohlwollen und Akzeptanz. Doch plötzlich nun geht die Furcht um, dass die Stadtverwaltung das TSB-Vorhaben auch zu einer weitergehenden Erschließung der Fläche für Gewerbenutzung nutzen könnte.
Stadtverwaltung: Lediglich Potenzialflächenermittlung auf Grundlage des Klimagutachtens
Von einer Gwerbefläche nördlich von Gmünd ist schon die Rede, mit der die Stadt den Gewerbeansiedlungen im benachbarten Mutlangen Paroli bieten möchte. Der Hintergrund auch: Es gibt in der Nordstadt in der Tat Abwanderungstendenzen von kleineren und mittleren Betrieben, weil dort aktuell Gewerbegebiete fehlen. Nach geeigneten Flächen wird schon seit Jahren im Bereich von Großdeinbach und Wetzgau gesucht. Bei Kleindeinbach soll ein Gewerbegebiet für den örtlichen Bedarf entstehen. Auf Anfrage bedauert Markus Herrmann, Pressesprecher der Stadtverwaltung, dass es sich um Irritationen handle. Es gebe überhaupt keine konkreten Pläne oder Überlegungen seitens der Verwaltung, die Erschließung dieser Freifläche über den bereits bekannt Umfang des TSB-Sportparks hinaus fortzuführen. Die Ursache hätten die Befürchtungen in der Bürgerschaft im laufenden, auch vom Gemeinderat befürworteten Verfahren, sorgsamer denn je das Markungsgebiet der Stadt unter Berücksichtigung des örtlichen Klimaschutzes unter die Lupe zu nehmen. Dieses Verfahren stehe auch noch weit unterhalb der Schwelle eines Flächennutzungsplans. Es gehe um eine Orientierung für die längerfristige Stadtplanung zur Frage, wo vielleicht Flächen zur Verfügung stehen könnten, wo gegebenenfalls die Auswirkungen auf das Stadtklima am geringsten wären. Rund 90 Stellen seien in diesem Expertengutachten völlig unverbindlich kartiert und auch schon öffentlich vorgestellt worden, darunter auch das besagte Feld bei Wetzgau.