Für „Tourismus mit Augenmaß“

4d61e5aa-479f-4eae-b525-fa8fb5dba8beTauwetter im Landschaftspark bei Wetzgau: Die Bürgerinitiative gegen eine touristische Nutzung des Landschaftsparks und Oberbürgermeister Richard Arnold haben sich in einem einstündigen Gespräch ausgetauscht. Das Ergebnis: Beide Seiten nähern sich an. Die Bürgerinitiative ist bereit zu einem „Tourismus mit Augenmaß“.

MICHAEL LÄNGE

 

Schwäbisch Gmünd. „Wir haben signalisiert, dass wir uns konstruktiv an der Entwicklung beteiligen und dass wir kompromissbereit sind“, sagte Sebastian Fritz, einer der Sprecher der Initiative. Das Treffen sei ein erster Gesprächsauftakt gewesen, weitere Gespräche sollen folgen. Der „größte Brocken“ ist für Fritz dabei der Verkehr. Das sei das Thema, „das den Leuten aufstößt“. Hier wird es nun ein Gespräch zwischen der Bürgerinitiative, dem OB und Ordnungsamtsleiter Gerd Hägele geben. Zudem habe die Bürgerinitiative der Verwaltung mehrere Prüfaufträge mitgegeben. Dazu gehört, dass bestimmte Zäune rückgebaut werden. „Wir bestehen schon darauf, dass das Gelände offen ist, auch wenn dort unschöne Dinge passieren“, sagte Fritz. Zudem wollen die Vertreter der Bürgerinitiative, dass die Spielgolfanlage nicht schon 2015 umgesetzt wird.
Die konstruktive Einschätzung des Gesprächs teilt Andreas Mooslehner vom BUND Ostwürttemberg. Es sei nicht so, dass die Bürgerinitiative grundsätzlich eine weitere Entwicklung verhindern wolle. Vielmehr gehe es darum, in welcher Form dies umgesetzt werde. Auch für Mooslehner ist dabei der Verkehr das größte Problem. „Wenn man ein Freizeitangebot macht, muss man auch regeln, wie man da hin kommt“, sagte er. Die Bürger dürften nicht überlastet und zugeparkt werden. Vorgesehen sind etwa 250 Parkplätze. Mooslehner verwies zudem auf aktuell mehr als 10 000 Fahrzeuge am Tag in Wetzgau, da brauche es Lärmminderungsmaßnahmen. Dass es Angebote geben soll, bei denen sich die Menschen mit Natur befassen, befürwortete der BUND-Regionalgeschäftsführer. Doch es müsse im Taubental auch Gebiete geben, die unberührt seien. Der BUND freue sich über das Engagement von Weleda, beim Spielgolf allerdings hätten die „Alarmglocken geschlagen“. Auch solle die Bühne im Landschaftspark so ausgerichtet werden, dass bei den drei oder vier Veranstaltungen im Jahr nicht der ganze Stadtteil beschallt werde. Mooslehner sprach sich insgesamt für einen „Tourismus mit Augenmaß“ aus.
Auch Oberbürgermeister Richard Arnold sprach von einem Gespräch in „konstruktiver Atmosphäre“. Dieses Treffen habe er der Initiative bei der Bürgerversammlung in Wetzgau angeboten. „Ich wollte hören, wofür die Vertreter der Bürgerinitiative sind“, sagte Arnold. er habe mit ihnen über Parkplätze gesprochen, über die Spielgolfanlage und über den Verkehr. Dieser sei „zweifelsohne das größte Problem“, sagte auch der OB. Deshalb gebe es dazu ein zweites Gespräch. Auch bei den Parkplätzen und der Spielgolfanlage gebe es noch unterschiedliche Interessen. Bei letzterer fasziniert den OB, dass es ortsansässige Familien sind, die hier investieren wollen. Die Stadtverwaltung wolle Gmünds touristisches Potenzial entwickeln, sagte Arnold. Dazu gehöre jedoch nicht nur Wetzgau, sondern auch der Rechberg oder die Gmünder Innenstadt mit ihren Türmen und der Stadtmauer. Und, nicht zuletzt, das kulturelle Erbe mit den unzähligen Vereinen.
OB schreibt an etwa 1100 Unterzeichner der Unterschriftenliste gegen Landschaftspark
Oberbürgermeister Richard Arnold hat etwa 1100 Unterzeichnern der Unterschriftenaktion der Bürgerinitiative gegen eine touristische Nutzung des Landschaftsparks in Wetzgau einen Brief geschrieben. Der OB wollte ihnen damit die Sicht der Stadtverwaltung für eine Nutzung des Landschaftsparks erläutern. „Und ich wollte ihnen zeigen, dass wir sie ernst nehmen“, sagte Arnold im GT-Gespräch.Die Bürgerinitiative hat der Stadtverwaltung vor zwei Wochen etwa 1500 Unterschriften übergeben. Manche, sagte Stadtsprecher Markus Herrmann, seien nicht lesbar gewesen. Bei anderen hätten mehrere Familienmitglieder unterschrieben. Sie haben einen gemeinsamen Brief erhalten.Einzelhändler haben eine Unterschriftenaktion für eine Fortsetzung des Sommermärchens gestartet. Diese Unterschriftenlisten liegen in Geschäften in der Innenstadt aus: Tabak Treff, Modehaus Röttele, Intersport Schoell, Casa Nueve und Café Bührs.© Gmünder Tagespost 02.02.2015 20:13:17