Für mehr Grün in der Innenstadt

Bürgerbewegung für Klimaschutz, Lärmschutz und einen schonenden Umgang mit Flächen beim Themenabend der Linken

SCHWÄBISCH GMÜND. Die Linken-Fraktion hat zu einem weiteren Themenabend eingeladen. Dieses Mal war die
Mitbegründerin einer neu entstehenden Interessenvertretung zu Gast. Veronika Totzeck berichtete, dass die Resonanz auf die Gründung der Bürgerbewegung für Klimaschutz, Lärmschutz und einen schonenden Umgang mit Flächen in der Stadt sehr groß gewesen sei. Die Themen Lebensqualität, Klima und Anpassung an Hitze würden die Menschen bewegen.
Das Bedürfnis, aus einem Gefühl der Hilflosigkeit herauszutreten und mit konstruktiven Ideen zu einer positiven Stadtentwicklung beizutragen, sei entsprechend groß. In ihrem Impulsvortrag ging Totzeck auf die Zunahme von Hitzeperioden durch den Klimawandel ein. Dabei wies sie darauf hin, dass ein Viertel der Fläche Gmünds stark bis sehr stark
hitzebelastet sei. Dies betreffe insbesondere die Kernstadt und Teile des Hardt und damit sozial Schwache wesentlich stärker als Wohlhabendere. Da Menschen sich bei Hitze schlechter konzentrieren können, seien die Kinder dort schon allein aus diesem Grund benachteiligt. Daher sprach sie sich in ihrem Impulsvortrag für mehr Grün in der Innenstadt, weniger versiegelte Flächen und eine Verschattung auch von Schulen aus. Die zusätzlichen Bäume für die Grundschule Hardt begrüßt sie daher sehr. Aus vielen Untersuchungen wisse man, dass Baustoffe wie Stein und Beton sich tagsüber aufheizen und nachts diese Hitze wieder abgeben. Dies begünstige in der Sommerzeit tropische Nächte, schränke die Gesundheit ein und lasse Alte und Kranke früher sterben. Daher fordere sie von der Stadt die Umsetzung des klimagerechten Flächenmanagements ein und wünsche sich mehr Verbindlichkeit bei der Umsetzung der Maßnahmen der „Gut
fürs Klima-Stadt“. „Oberbürgermeister Arnold fragte bei seinem Wahlkampf für die zweite Amtszeit ‘Wer will mit mir Bäume pflanzen?’ Leider ist davon wenig in die konkrete Umsetzung gelangt“, so Veronika Totzeck. In hitzebelasteten Gebieten müsse gezielt gegengesteuert werden, für Kaltluftproduktion wichtige Gebiete wie das Taubental dürften nicht noch weiter dezimiert werden.
Auch das unbegrenzte Wachstum beunruhige sie und ihre Mitstreiter. Die neue Interessenvertretung plädiert für konkrete Bedarfsanalysen, um eine Grundlage für eine am Bedarf orientierte Bebauung zu schaffen, die unsere Stadt auch tatsächlich lebendiger und lebenswerter macht. Darüber hinaus werde nach Lösungen gesucht, damit die festgelegten Ausgleichsmaßnahmen, die oft nur auf dem Papier stünden, auch tatsächlich umgesetzt werden.
Geschehe das nicht, führe das in mehrfacher Hinsicht zu einer kontinuierlichen Verschlechterung der Lebensqualität, was sich automatisch auch negativ auf die Attraktivität unserer Stadt auswirke.
Totzeck betonte, dass die neue Interessenvertretung zwar den Finger auf Wunden lege, aber mit konstruktiven Vorschlägen zur Lösung des Problems beitragen und aus der Bürgerschaft heraus die Diskussion bereichern möchte. Dass jetzt so viel über Stadtbäume diskutiert werde, sei ein erfreuliches Beispiel dafür, wie eine Diskussion positiv angestoßen werden könne. Die Fraktionsmitglieder bedankten sich für den Vortrag und ermutigten sie, solch einen Weg einzuschlagen und sich an den dringend notwendigen Diskussionen zu beteiligen. Insbesondere den Aspekt, dass Klimaschutz und Maßnahmen zur Klimaanpassung auch eine nicht zu vernachlässigende soziale Komponente beinhalten, wolle man für die Arbeit im Gemeinderat noch mehr in den Fokus
nehmen.

Copyright Rems Zeitung, 19.04.2021