Für Haus der Solidarität

23. Juli 2015  Gemeinderat, Presse, Redaktion

Wie können in Gmünd Mietwohnungen entstehen, die für ärmere Familien bezahlbar sind? Mit der Frage beschäftigte sich der Bau- und Umweltausschuss. Oberbürgermeister Richard Arnold schlug einen „Gmünder Weg“ vor, bei dem alle mit anpacken: Handwerker mit vergünstigten Leistungen und die Stadt mit günstigen Grundstücken.

Julia Trinkle

Schwäbisch Gmünd. Für eine sozial schwache Familie mit drei Kindern ist eine Kaltmiete von 6 Euro pro Quadratmeter zu viel, sagte CDU-Stadtrat Celestino Piazza und rechnete vor: Bei 100 Quadratmetern mache das mit Nebenkosten etwa 900 Euro Warmmiete aus. Sein Fraktionskollege Christof Preiß pflichtete ihm als Architekt des Gmünder Bauvereins bei: „Für unser Klientel“ muss Wohnraum für 4,50 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter geschaffen werden. Das sei mit den Möglichkeiten, die Baubürgermeister Julius Mihm vorschlage, nicht leistbar. Mihm hatte angeregt, bei Stellplätzen günstige Lösungen zu suchen, um den Mietpreis gering halten zu können. Eine Tiefgarage etwa sei im sozialen Wohnungsbau nicht finanzierbar. Auch über Lagen, die für andere Investoren nicht interessant wären, müsse man nachdenken. Zudem könne an technischen Standards gespart werden.
Ein gewisses Maß an Ausstattung brauche es, meinte Piazza dazu. Zumal die Landesbauordnung in vielen Punkten kaum Spielraum lasse. „Auflagen für den Umweltschutz verteuern alles“, ergänzte SPD-Stadtrat Konrad Sorg. Grünen-Stadtrat Karl Miller entgegnete, dass diese Energiekosten sparten und sich auf Dauer rechneten. Preiß sagte, die Ausstattung der Wohnungen sei bei den Baukosten „marginal“. Man müsse viel weiter gehen, etwa auf Keller verzichten und auf Stellplätze. Unter den Mietern des Bauvereins seien viele alte Leute, die kein Auto haben und fußläufig das erreichen können müssen, was sie zum Leben brauchen.
Piazza schlug ein „Haus der Solidarität“ vor. Auf einem Grundstück, das die Stadt über das Erbbaurecht günstig abgibt. Und mit einem Haus, das Baufirmen und Handwerker zu Sonderkonditionen erstellen und dafür entsprechende Spendenbescheinigungen bekommen. Oberbürgermeister Richard Arnold griff diesen Vorschlag auf und erinnerte an die Gmünder Hospitalstiftung. Deren Grundgedanke sei, dass jeder etwas einbringt. „So kommen wir auf einen niedrigen Mietpreis“, warb er für einen „Gmünder Weg“. Ein einziges Haus und einmalige Spenden von Handwerkern reichten bei Weitem nicht aus, sagte Preiß zum Bedarf für günstige Wohnungen. „Mit einem wäre uns doch schon etwas geholfen“, entgegnete Arnold.
Der Ausschuss und der Gemeinderat sollen sich weiter Gedanken machen, wie in Gmünd günstige Wohnungen entstehen können, hatte Mihm zu Beginn der Diskussion aufgerufen.

© Gmünder Tagespost 23.07.2015 00:39:29