“Wir werben für die Fraktionsstärke für DIE LINKE”

Sebastian-FritzSchulden abbauen, Finanzen sanieren, Wirtschaft fördern, dies sind für Gmünds Ratsfraktionen die Schwerpunkte der lokalen Politik nach der Kommunalwahl im Mai 2014. Die Parteien haben begonnen, Kandidaten zu suchen.

Schwäbisch Gmünd. Die CDU werde am Donnerstag im Stadtverband die Kommunalwahl beraten, sagt CDU-Fraktionschef Alfred Baumhauer. Die Christdemokraten sprechen bereits mögliche Kandidaten an. Von den derzeitigen 23 CDU-Stadträten würden „sicher nicht viele“ aufhören, sagt Baumhauer. Das veränderte Stimmzählverfahren mache die Situation für die CDU schwieriger. Ziel sei es deshalb, mindestens die jetzigen 23 Sitze zu halten. Für Baumhauer liegt der Akzent der kommunalpolitischen Jahre nach der Wahl und der Gartenschau auf dem Abbau der Schulden und der Förderung der Wirtschaft. „Wir müssen die Früchte aus den Investitionen ziehen“, sagt er. Die Gartenschau 2014 sei das Schaufenster für Gmünd, auch um neue Bürger und Unternehmen zu gewinnen.

Gmünds Schulden in Höhe von mehr als 100 Millionen Euro im Jahr 2014 hat auch SPD-Fraktionschefin Sigrid Heusel im Blick. Der eine oder andere in der SPD-Fraktion werde aufhören, sagt sie. Die Sozialdemokraten suchen Männer und Frauen aller Alters- und vieler Berufsgruppen, einen „guten Querschnitt durch die Bevölkerung“. Heusel will die bisherige Fraktionsstärke – 14 Stadträte – halten oder ausbauen. Sie hofft, dass nach Mai 2014 „Mehrheiten nicht immer von vornherein klar sind“, sondern Lösungen diskutiert und Kompromisse gefunden werden müssen. Dafür sei eine starke SPD in Gmünd wichtig. Neben der Haushaltssanierung sind Heusel Bildung und bezahlbare Mieten wichtig.

Junge Leute und Frauen als Kandidaten suchen auch die Grünen. Manche der bisherigen sieben Stadträte seien noch am Überlegen, ob sie weitermachen, sagt Fraktionschefin Brigitte Abele. Sie begrüßt das neue Zählverfahren, „weil es kleinere Parteien weniger benachteiligt“. Dass es in Gmünd noch immer die unechte Teilortswahl gibt, bedauert Abele. Diese sichert jedem Stadtteil eine Zahl an Ratssitzen. Dafür müssen die Parteien in jedem Stadtteil Kandidaten finden. Die sieben Sitze der Grünen will Abele halten, „wenn nicht ausbauen“. Auch sie hofft, dass die Verwaltung künftig themenbezogen Mehrheiten suchen muss. Für die Grünen haben Haushaltssanierung und Wirtschaftsförderung nach der Gartenschau Priorität.

Ziel sei, stärker zu werden, sagt auch Ullrich Dombrowski (FW / FDP). Er geht davon aus, dass in seiner fünfköpfigen Fraktion „niemand aufhört“. Wichtig ist ihm Gmünd 2020 als Perspektive für die Stadt nach 2014. Noch „am Überlegen“ ist die dreiköpfige Fraktion Freie Wähler Frauen, sagt Karin Rauscher. Was sie sicher weiß: Dass mehr Frauen in den Gemeinderat sollen. Den Sprung zur Fraktionsstärke – drei Stadträte – will die Linke schaffen. Zurzeit sei die Fraktion noch im Aufbau, sagt Sebastian Fritz. Beide Linke-Stadträte kandidieren wieder. Gmünd 2020, Bildung und soziale Themen nennt Fritz als Schwerpunkte.

© Gmünder Tagespost 11.10.2013