Flüchtlinge aufnehmen: „Mit freien Betten ist es nicht getan“

Gemeinderat: OB Arnold machte auf Anfrage von Gemeinderat Benk deutlich, dass die Menschen kommen, um zu bleiben“

SCHWÄBISCH GMÜND (gbr). Angesichts der unhaltbaren Zustände auf den griechischen Inseln erinnerte Stadtrat Prof. Dr. Andreas Benk an den vom Gmünder Gemeinderat 2019 gefassten Beschluss, zusätzliche Flüchtlinge aufzunehmen, die aus Seenot gerettet wurden. Benk wollte wissen, ob sich in Sachen Umsetzung dieses Beschlusses seither etwas getan habe beziehungsweise welche Anstrengungen die Stadtverwaltung unternehme, um dieses Anliegen zu realisieren. „Wir sind natürlich bereit, weitere Geflüchtete hier aufzunehmen, aber wir können da keine Alleingänge machen“, verwies Oberbürgermeister Richard Arnold darauf, dass dies in erster Linie von Entscheidungen der großen Politik abhängig sei. „Die von Kommunen gefassten Beschlüsse haben den Charakter von Absichtserklärungen“, sagte der OB und stellte klar, dass Deutschland allein nicht alle aufnehmen könne. „Die Sicherung der Grenzen und die Menschenrechte sind da kaum in Einklang zu bringen!“, bedauerte Arnold.
Sehr irritiert habe es ihn jedoch, dass sich manche Stadtoberhäupter vor leeren Betten in Flüchtlingsunterkünften fotografieren oder filmen lassen. „Mit leeren Betten ist es doch nicht getan, wenn man Geflüchtete in einer Stadt aufnimmt!“, machte der Gmünder Oberbürgermeister deutlich, dass „die meisten dieser Menschen hier herkommen, um zu bleiben“. Darüber müsse man sich im Klaren sein – und die Konsequenz daraus sei, dass man die neu Angekommenen dann auch richtig in die Stadtgemeinschaft integrieren müsse. Diese Eingliederung dürfe man allerdings nicht einfach auf den Staat oder die Stadt abschieben. „Für eine solche Aufgabe brauchen wir die Bevölkerung!“,
unterstrich Richard Arnold, dass Integration nur dann funktionieren könne, wenn die Bürgerinnen und Bürger in großer Zahl mitziehen und sich in diesen Prozess aktiv einbringen.

Copyright Rems Zeitung, 12.03.2020