Flüchtlinge feiern gemeinsam Landratsamt und AK Asyl baten zur Internationalen Weihnachtsfeier im Jugendhaus

14. Dezember 2013  Gemeinderat, Presse, Redaktion, Sebastian Fritz

Bild 1So viele waren es seit Jahre nicht mehr: Rund 200 Bild 2Flüchtlinge feierten ihre traditionelle Weihnachtsfeier erstmals im Jugendhaus, wo es schöne Stunden gab, sehr Nachdenkliches und vor allem Freude für die Kinder.

 

SCHWÄBISCH GMÜND (bt). Freude für die Welt, joy to the world, war Anspruch und Motto der Feier. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft und Flüchtlingsfamilien aus dem Gmünder Raum – aus Gschwend und Herlikofen, aus Parler– und Bethlehemer Straße – sangen ein wenig, redeten und feierten auf Einladung des Landratsamts und des AK Asyl. Die neue Leiterin der Gemeinschaftsunterkunft Katja Rettenmeier, wurde erneut vorgestellt, Hans-​Michael Betz, Leiter des Geschäftsbereichs Integration und Versorgung im Ostalbkreis, sprach von den Entwicklungen der vergangenen zwei Jahre, auch von einer zunehmend sehr schwierigen Situation: Vor eineinhalb Jahren habe es im Ostalbkreis an zwei Standorten 200 Flüchtlinge gegeben, jetzt seien es 662 an 14 Standorten, „alle sind voll belegt“. Es sei sehr schwierig, die Flüchtlinge unterzubringen; das Problem werde größer, und es müssten dringend Lösungen gefunden werden. Bis dahin sei das Bemühen aller wichtig, die Situation erträglich zu machen. Der Gmünder Hauptamtsleiter Helmut Ott überbrachte die Einladung und die Bitte an die Flüchtlinge, an der Landesgartenschau mitzuwirken, sowie 500 Euro aus den persönlichen Verfügungsmitteln des verhinderten Oberbürgermeisters Richard Arnold. Das Geld übergab er Bernd Sattler von der Bürgerinitiative gegen Fremdenfeindlichkeit, der es vor allem in der Einzelfallhilfe einsetzen will.

Dekan Immanuel Nau hatte großes Lob und herzliche Worte für Sattler und all die anderen Ehrenamtlichen, die diesen so wichtigen Auftrag der Kirche ausführten. PH-​Studierende des Masterstudiengangs Interkulturalität und Integration um Kirsten Helmecke hatten das Programm zusammengestellt – so trat die Trommelgruppe White Chocolate auf, die jüngst in Stuttgart zur Verleihung des Integrationspreises 2013 des Diakonischen Werks Württemberg gespielt hatte. Auch eine Capoeira-​Aufführung gefiel – leichtfüßiger brasilianischer Kampfsport. Johannes Zengerle, der sich in Gmünd insbesondere als Chef der Tunnelbaustelle einen Namen gemacht hat, gab den Nikolaus und verteilte 120 vom Kinderschutzbund gestiftete und liebevoll verpackte Geschenke. Vor allem aber gab es das gute Gefühl von Gemeinschaft. Nicht allein sein, vertraute Gesichter sehen, Lieder anstimmen, die zu selten gesungen werden, das war wichtig. Nachdem auch „Offizielle“ da waren, informierten sie gerne über die Probleme in ihren Herkunftsländern, also etwa in Afghanistan, Nigeria und Gambia sowie Iran und Irak, Syrien ganz aktuell, aber auch Serbien. Ein Flüchtling, so wurde deutlich, flieht sein Land in erster Linie, um in Sicherheit und in Freiheit leben zu können.

Rems Zeitung, 14.12.2013