Flüchtlinge eine Perspektive bieten

SEBA+PeterGRNach der teils sehr hitzigen Diskussion der letzten Tage über die Roland_mit-HandAsylbewerber am Gmünder Bahnhof machen die beiden Gmünder Stadträte  Peter Yay-Müller und Sebastian Fritz und der Stadtrat aus Aalen Roland Hamm einen Vorschlag zur Verbesserung der Situation der Asylbewerber.

Zuerst einmal zeigten sich alle drei Stadträte sehr erleichtert darüber, dass offenbar quer durch alle Parteien und gesellschaftliche Gruppen Einigkeit darüber besteht, dass die Situation der Flüchtlinge unbedingt verbessert werden müssen. „Die Diskussion die durch die Initiative von OB Arnold angestoßen wurde, habe doch ganz deutlich gezeigt, dass alle eine Verbesserung wollen, doch da wären die beiden Bundestagsabgeordneten Lange und Barthle gefordert gewesen durch entsprechende Gesetzesinitiativen aktiv zu werden“, so der Stadtrat Sebastian Fritz. Die Regelungen können nur auf Bundesebene geändert werden und man hoffe nun, dass durch die Initiative, die ja eine bundesweite Resonanz erfahren habe, endlich ein Umdenken erfolge.

Die drei Stadträte finden es begrüßenswert, dass der Oberbürgermeister und der Landrat immer wieder versuchen auf kommunaler Ebene an der Verbesserung der Situation zu arbeiten. „Diese Idee mit den Kofferträgern am Bahnhof sei jedoch etwas über das Ziel hinaus geschossen da ein falscher Eindruck entstanden sei. „Wir können es nicht akzeptieren, dass jemand für dieses Geld eine derartige Arbeit verrichtet, wo wir als Gesellschaft doch gleichzeitig immer wieder über prekäre Beschäftigung und Mindestlöhne streiten“, so der Stadtrat Peter Yay-Müller. Selbstverständlich sehe man das Verlangen nach Aufnahme einer Arbeit, doch die Gesetzeslage lasse dies leider bislang nicht zu oder nur zu Bedingen die inakzeptabel seien. Außerdem vermisse man bei einer derartigen Arbeit den Aspekt der Qualifikation. „Den Menschen die hier nach Deutschland flüchten sollten wir neben einer sicheren, geschützten Bleibe auch die Möglichkeit der beruflichen Qualifikation bieten und deshalb möchten wir anregen, über die Möglichkeit der Einrichtung einer gemeinnützigen Firma zur Aus- und Weiterbildung für diese Menschen nachzudenken“, so der Stadtrat und 1. Bevollmächtigter der IG Metall Aalen und Schwäbisch Gmünd. „Wir wären auch bereit, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen“, so Hamm  weiter.

Den drei Stadträten schwebe vor, dass dies nicht nur ein Modell für Schwäbisch Gmünd werde, sondern sich dieses vielleicht über den gesamten Ostalbkreis in Form eines Pilotprojektes mit Unterstützung des Integrationsministeriums erstreckt. „Diese “Firma“ könnte neben Sprachangeboten, Ausbildungsplätze in den kommunalen Einrichtungen anbieten und würde damit den Flüchtlingen wichtige Qualifikationen mit auf den Weg geben“, so der Stadtrat Sebastian Fritz. „Außerdem müsse das Rad nicht komplett neu erfunden werden, da es bereits Einrichtungen wie beispielsweise die Arbeitslosenselbsthilfeorganisation kurz ALSO in Schwäbisch Gmünd gibt, die hier bereits seit Jahrzehnten eine sehr gute Arbeit leiste“, so Fritz weiter.

Alle drei Stadträte würden es begrüßen, wenn die zum Teil heftige Diskussion wieder etwas sachlicher geführt würde und auch nicht dem Bundestagswahlkampf zum Opfer falle. „Wir möchten uns mit Rat und Tat in die Diskussion einbringen und versuchen mit diesem Vorschlag das beste für die Flüchtlinge, das wir auf kommunaler Ebene bewirken können, zu erreichen“, so der Stadtrat Peter Yay-Müller.