Fassadenkosmetik in der Mutlanger Straße

16. November 2012  Gemeinderat, Presse, Redaktion, Sebastian Fritz

Bis zur Landesgartenschau soll Gmünd noch schöner werden. Deshalb poliert die Verwaltung die Förderrichtlinien für die Gewährung von Zuschüssen zur Stadtbildgestaltung auf und vergrößert den Bereich, in dem sie greifen.

SCHWÄBISCH GMÜND (rw). Bislang war das Gebiet auf den Altstadtraum begrenzt, für welchen die denkmalpflegerische „Gesamtanlagenschutzverordnung“ gilt. Den Baumaßnahmen im Zuge der Landesgartenschau wird diese aus dem Jahr 1984 stammende Begrenzung nicht mehr gerecht, und ebenso, findet die Verwaltung, müssten die Zielsetzungen des 13 Jahre alten städtischen Programms zur Förderung von Fassadensanierungsmaßnahmen im Hinblick auf die Gartenschau angepasst werden.

Für die Fassadenkosmetik hat die Stadt in diesem Jahr noch 33 000 Euro übrig, im nächsten Jahr sind 100 000 Euro eingesetzt, und 2014 noch einmal 75 000 Euro. Gewährt werden die Zuschüsse zur Stadtbildgestaltung bis zum 31. März 2014 – bis dahin müssen, damit Gmünd leuchtet, die Maßnahmen auch abgeschlossen, Gerüste abgebaut und Farbkübel weggepackt sein. In den Folgejahren soll dann jeweils ein Posten von 30 000 Euro ausreichend sein. Die Förderung wird im Einzelfall auf maximal 10 000 Euro beschränkt.

In der Altstadt wird gewissermaßen der förderfähige Ring um die Gesamtanlage etwas weiter: Im Westen erstreckt sich der Bereich nun von der Fünfknopfturm-​Brücke über die Ostseite der Bahnhofstraße bis zum Josefsbach und Remsufer, im Norden am Remsufer entlang einschließlich der südlichen Bebauung, im Osten von der Baldungstraße bis zum Rinderbacher Tor, im Süden entlang der Gemeindehausstraße über den Zeiselberg, entlang der südlichen Gebäude am Sebaldplatz und bis zur Waldstetter Brücke. Vor allem aber ist es der Verwaltung um den nördlichen Stadteingang, die Mutlanger Straße bis zur Firma Gatter zu tun, deren Defizite augenfällig sind. Angesichts der dortigen Bewohner– und Eigentümergruppe erklärte sich Stadtrat Bilal Dincel (SPD) im Ausschuss am Mittwoch bereit, sich an einer Info-​Veranstaltung zu beteiligen. Auch die türkisch-​islamische Gemeinde mit der nahen Moschee soll einbezogen werden. Baubürgermeister Mihm sagte, dass zwei der Hausbesitzer Maler seien, „die unterstützen uns“. Ansonsten gelte es zu motivieren und zu erklären, „Türken haben ein anderes Raumverständnis.“ Was Bilal Dincel zu dem Hinweis veranlasste, es liege wohl eher am Geldbeutel. Stadtrat Alexander Schenk (Grüne) empfahl einen Perspektivenwechsel, nicht nur die Sicht von der Straße auf die Häuser, sondern von den Häusern auf die Mutlanger Straße mit ihrer extremen Verkehrsbelastung: „Die Leute an Einfallstraßen fühlen sich allein gelassen. Es gibt eine Verantwortung für uns, eine Perspektive über die Fassaden hinaus zu entwickeln.“

Sebastian Fritz (Linke) verwies auf die große Gießerei und deren Schwaden: „Kann man da mal Gespräche führen?“ Man sei in Kontakt, versicherte Erster Bürgermeister Joachim Bläse. Ansonsten zeigten sich die Räte angetan: Ein reines Fassadenprogramm, fand Stadtrat Celestino Piazza (CDU), habe auch etwas Gutes. Man könne außen ordentlich etwas machen, ohne zu tieferen und teureren Eingriffen gezwungen zu sein.