Falscher Ansatz

23. November 2009  Sebastian Fritz

1.MaiSebaProtraitNachdem in der letzten Woche einige Spenden für den Tafelladen Schwäbisch Gmünd überreicht wurden und das Thema unterschiedlich diskutiert wurde, sah sich das Mitglied des Ortsvorstandes der Partei DIE LINKE, Sebastian Fritz, gezwungen eine Stellungnahme abzugeben:

Im ersten Moment mag der eine oder andere Leser sich über so viel Hilfsbereitschaft für die Menschen, die im Tafelladen einkaufen müssen, gefreut haben. In der Tat ist es ein lobenswertes Engagement für die betroffenen Menschen. Aber wer sich mit den Biografien der Menschen auseinandersetzt, weiß, dass es der falsche Ansatz ist. Ein Familienvater, der gerade seine Arbeit verloren hat, braucht keinen Nikolaus und keinen Kalender für seine Kinder, sondern einen Job oder einen Hartz IV-Satz, der zum Leben reicht! Kinder, die in ein Elternhaus mit Hartz IV-Biografie geboren werden, brauchen nicht in erster Linie Süßigkeiten, sondern einen kostenlosen Zugang zu Bildungseinrichtungen! Das Engagement, so gut es auch gemeint ist, greift zu kurz und ist in keinster Weise nachhaltig. Ganz abgesehen davon, sollten manche lieber mal ihren Bundespolitikern, die diese Misere verursacht haben, auf die Füße treten, als sich mit einer solchen Aktion zu profilieren.