Fahrradstraßen in Gmünd umstritten

16. November 2017  Gemeinderat, Presse, Redaktion, Sebastian Fritz

Schwäbisch Gmünd. Dies ist das Ziel: das Radfahren in Gmünd voranbringen. Denn das Fahrrad, sagte am Mittwochabend Bürgermeister Dr. Joachim Bläse im Gmünder Gemeinderat, ist Teil der Mobilität der Zukunft. Die Stadtverwaltung unterrichtete deshalb die Stadträte über mehrere Vorhaben. Die wichtigsten: Fahrradstraßen, ein Radring um die Altstadt, Radschutzstreifen und die Remstalradroute.

Fahrradstraßen. Laut Ordnungsamtchef Gerd Hägele sind dies ganz normale Straßen, die durch Verkehrszeichen für den Radverkehr reserviert sind, aber auch anderen Verkehr zulassen. Radfahrer können dort nebeneinander fahren. Die Höchstgeschwindigkeit ist 30 Kilometer/Stunde. Die Straße muss 4,50 Meter breit sein, viele Schilder haben und Aufschriften auf der Fahrbahn. Als Fahrradstraßen hat die Verwaltung den Hauberweg, alternativ die Schwerzerallee (mit täglich 1150 Autos), im Auge. Dann die Uferstraße (täglich 2000 Autos), die Gemeindehausstraße, die Wilhelm- und Werrenwiesenstraße und die Klarenbergstraße. Die Stadträte diskutierten dies kontrovers. Thomas Kaiser (CDU) sah die Fahrradstraße als „guten Ansatz“, allerdings dürfe sie nicht zu winkelig sein. Die Fahrradstraße klarer definiert haben wollte Karl Miller (Grüne): Ob sie ein touristischer Radweg oder Alltagsradweg sei? Er forderte Bläse auf, mit den Fahrradstraßen „loszulegen“. Das sahen auch Susanne Lutz (BL) und Constanze Schwarzkopf-Streit (FWF) so. Innenstadtschulen in das Konzept der Fahrradstraßen einzubeziehen, forderte Sebastian Fritz (Linke). Die Realität zu berücksichtigen, forderte hingegen Christian Baron (CDU): Die Hälfte des Tages sei dunkel, die Hälfte des Jahres schmuddlig. Deshalb regte er an, Fahrradstraße nur zeitweise einzurichten. Hans-Jürgen Westhauser (SPD) schlug vor, eine Hauptachse, die Eutighofer- und die Goethestraße, zur Fahrradstraße zu machen, da die Strecke am Hauberweg unattraktiv sei.

Bläse widersprach Baron. Man könne den Charakter einer Straße nicht nach Jahreszeiten ändern. Er legte das Thema Fahrradstraße am Ende der Sitzung auf Eis, will nochmal darüber nachdenken. So oder so: Er ordne keine Fahrradstraßen an, sagte Bläse. Darüber müsse der Gemeinderat entscheiden.

Altstadtradring. Die Verwaltung griff hier einen Vorschlag des CDU-Landtagsabgeordneten Dr. Stefan Scheffold auf. Er hatte einen Radring um die Altstadt vorgeschlagen. Den Vorteil in einem solchen Ringradweg sieht Scheffold darin, dass man immer wieder Zufahrten in die Innenstadt schaffen kann. Scheffold fängt dabei beim Forum Gold und Silber an, radelt den Graben entlang bis zur Waldstetter Brücke, von dort hinüber in die Gemeindehausstraße bis zur Oberbettringer Straße, dann in Richtung Norden zur B 29, von dort in die Remsstraße und zurück zum Forum Gold und Silber. Die Verwaltung hat diesen Vorschlag verändert. Sie führt die Radler nicht über die Remsstraße, sondern durch die Schmiedgassen, die Honiggasse und die Ledergasse. Dies sahen mehrere Stadträte kritisch. Ob dies zusammengehe mit dem Glaubensweg zur Remstalgartenschau, der auch durch die Honiggasse führe, fragte Kaiser und schlug die Remsstraße vor. Gegen diese wehrte sich Bläse. Dort sei parkender Autos wegen kein Radschutzstreifen erkennbar. Während Lutz den Ring begrüßte, forderten Miller, Fritz und Werner Nussbaum (BL), den Ring nochmal anzuschauen.

Radschutzstreifen. Gmünds nächster Radschutzstreifen soll auf der Neuen Straße von Unter- nach Oberbettringen kommen.

Remstalradroute. Querung der Rektor-Klaus-Brücke, Bike & Ride-Station am Bahnhof und Lückenschluss zwischen Gaskugel und Gewerbegebiet Benzfeld in Hussenhofen sind hier die nächsten Maßnahmen.

© Gmünder Tagespost 15.11.2017 21:46