Fahrradfreundliche Stadt Schwäbisch Gmünd?

Sebastian FritzDie Stadt Schwäbisch Gmünd ist seit einigen Jahren Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg (AGFK-BW) e. V. Auf einem Themenabend des Ortsverbandes der Linken wurde diskutiert, ob die Stadt genügend für die Radfahrer unternimmt.

Der Fraktionsvorsitzende der Linken im Gmünder Gemeinderat, Sebastian Fritz, begrüßte die Anwesenden und den Referenten des Abends, Andreas Mooslehner. In seiner Eröffnung betonte er die Notwendigkeit aus Sicht der Fraktion DIE LINKE, dass die Verwaltung noch deutlich mehr für die Radfahrer unternehmen müsse. Im Klimaschutzbericht der Stadt Schwäbisch Gmünd werde betont, dass sich die Stadt bei der Umstellung auf erneuerbare Energien auf den Weg gemacht habe. Allerdings egalisieren sich die Bemühungen, Treibhausgase einzusparen, durch die Zunahme des Verkehrs mehr oder weniger. Dies, so Fritz, zwinge die Kommune zum dringenden Handeln, denn andernfalls verfehle die Stadt die Ziele zum Klimaschutz, aber auch der Charakter einer lebenswerten Stadt leide unter dem starken Autoverkehr.
Andreas Mooslehner, Geschäftsführer des BUND Ostwürttemberg, ging auf die derzeitige Situation der Stadt ein. In Schwäbisch Gmünd besitzen 95 Prozent der Haushalte ein Auto und der Anteil des Fahrradverkehrs ist mit 9% in Relation zu Städten vergleichbarer Größe gering. Die Ausgaben für eine Verbesserung der Situation für Radfahrer seien viel zu gering und auch ein durchgängiges Konzept, das nicht nur den Radtourismus im Blick hat, sei noch nicht vorgestellt worden. „Wenn Schwäbisch Gmünd nicht bald etwas unternimmt, dann wird, durch den Ausbau der B29 bis nach Augsburg, Gmünd wieder Zustände bekommen wie vor dem Tunnelbau“, so Mooslehner. Die Luftqualität in der Stadt sei bereits schlecht; dies werde durch die Klassifizierung als Umweltzone belegt. Wenn hier nicht bald gegengesteuert und dem Ausbau der Radwege für die Alltagsradler Vorfahrt gewährt werde, dann verschlechtere sich diese immer weiter. Aus Sicht des BUND sei es deshalb unerlässlich, dass die Stadt endlich den Radwegezielplan 2020 fertigstellt und den Entwurf zusammen mit der Öffentlichkeit diskutiert, um ihn baldmöglichst anzugehen. Dabei sollte aus Sicht von Mooslehner auch die topografische Situation von Schwäbisch Gmünd bedacht werden und es sollten, wie in anderen Städten auch, mit pfiffigen Ideen Lösungen angeboten werden.
In der anschließenden Diskussion machte der Gmünder Radkurier Volker Nick dann deutlich, dass es aus seiner Sicht auch endlich zu einer ganzheitlichen Konzeption für Schwäbisch Gmünd kommen müsse. „Es gibt Radwege, wie z.B. in der Buchstraße oder der Weißensteiner Straße, die aufgrund ihrer vielen Einfahrten und parkenden Autos sehr gefährlich sind. Schwäbisch Gmünd braucht endlich mehr Fahrradschutzstreifen auf der Straße, um mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer zu bekommen“, so Volker Nick weiter. Weiter waren sich die Anwesenden mit den Vertretern des Arbeitskreises Mobilität und Verkehr einig, dass es noch mehr Strecken geben müsse, die im Sinne der Anwohner und der Radfahrer auf Tempo 30 reduziert werden sollten.