Erst fragen dann verabschieden

14. Oktober 2012  Gemeinderat, Redaktion

Wie soll das Schwäbisch Gmünder Verkehrskonzept ausgestaltet werden um möglichst allen gerecht zu werden. Diese Frage wurde kontrovers am Themenabend, zu dem DIE LINKE Schwäbisch Gmünd eingeladen hatte, diskutiert.

Referent an diesem Abend war der Sprecher des Agenda Arbeitskreises Mobilität und Verkehr Thomas Kaiser. Nach einer Kurzvorstellung der Eckpunkte des Konzeptes kam es zu lebhaften Diskussionen mit den Anwesenden. Dabei wurde deutlich, dass es keinen Zweifel an der Notwendigkeit einer Neukonzeption geben kann. Aber immer wieder wurde darauf hingewiesen, dass es nur auf ein ganzheitliches Konzept hinauslaufen kann, das den öffentlichen Nahverkehr stärker als bisher berücksichtigt. „Wenn wir an der einen Stelle etwas verändern, hat das direkte Auswirkungen auf andere Bereiche“, so Thomas Kaiser.

Der Stadtrat Sebastian Fritz bedauerte in seiner Einführung auch den vorschnellen Beschluss durch den Gemeinderat. „Der gefasste Beschluss wurde aus unserer Sicht zu schnell und ohne ausgiebige Einbeziehung der Beteiligten gefasst. Die ganzen Quartiersgespräche die jetzt zur Legitimation herangezogen werden hätte man vor einem Beschluss im Gemeinderat machen sollen“, so der Stadtrat. Hierbei wurde angemahnt, dass es für Autos die über eine Höhe von 1,60 Meter, nicht möglich sein wird über die City-Center Parkhaus Ausfahrt am Höferlesbach auszufahren. „Das heißt diese Fahrzeuge müssen weiterhin über die Ausfahrt in der vorderen Schmidgasse ausfahren und führen daher zu einer höheren Zahl an Autofrequentierungen am Kalten Markt. Außerdem wurden von Alexander Relea Lindner die Befürchtung einer dauerhaften Überlastung des Kalten Marktes unterstrichen. „Wenn es wie angedacht zu der Möglichkeit des Abkürzens in der Mitte der Schmidgasse kommen soll, dann ist diese Strecke attraktiv für den Umgehungsverkehr, aber Belastend für die Fußgänger am Kalten Markt“.

Sehr strittig war die Frage ob ein Kreisverkehr an der Baldungkreuzung besser ist als eine Ampellösung. „Die Stadt ist gut beraten, an den Stellen wo es die Möglichkeit eines Kreisverkehres gibt, diesen auch zu nutzen“, so der Stadtrat Peter Yay-Müller. Die Rechnung der SPD-Fraktion wonach die Ampellösung billiger sei, weil sie der Bund trage, gehe nicht auf, denn diese Variante führt im Unterhalt über die Jahre zu erheblichen Mehrkosten für die Kommune im Vergleich zu einem Kreisverkehr. „Wir fordern die Stadtverwaltung unverzüglich auf mit den verantwortlichen im Bund zu verhandeln um denen die Vorzüge einer Kostenbeteiligung auch an einem Kreisverkehres nahe zu legen“, so Martin Nuding. „Es sei dem Steuerzahler auch nicht zu vermitteln, dass nur weil eine andere Haushaltsstelle zuständig sei auch mehr Geld wieder besseren Wissens ausgegeben werden soll.“ resümierte Sebastian Fritz.

Kritisch angemerkt wurde die Ampellösung an der Pfitzerkreuzung. Es sei nicht Plausibel, wie es zukünftig mit der fast identischen Lösung wie gegenwärtig bei mehr Verkehr an dieser Stelle funktionieren solle. Die Anwesenden sehen hier erheblichen Bedarf der Überprüfung denn dieses Nadelöhr funktioniere schon jetzt nicht nur in den Hauptverkehrszeiten nicht richtig und wird in Zukunft durch die stärker frequentierte Graf von Soden Straße noch mehr belastet. „Wir halten es für dringend angebracht diesen Verkehrsknotenpunkt nochmals auf eine Kreisverkehrslösung hin zu überprüfen um den Verkehrsfluss insgesamt nicht an dieser Stelle zu unterbrechen“, so der Ortsvorsitzende Volker Wamsler.

Ein weiterer Punkt der aufkam war das Parkplatzkonzept während der Landesgartenschau. Es kamen Zweifel auf, ob die Besucher die aus Heidenheim, Aalen und Göppingen auch wirklich um die Stadt herumfahren beziehungsweise durch die Stadt die vorgesehenen Parkplätze am ehemaligen Güterbahnhof anfahren. „Es ist davon auszugehen, dass genau dieses nicht geschieht und dann haben wir am Wochenende nicht nur den Verkehrskollaps in der Stadt sondern wir stehen auch vor der Situation, dass die Parkplätze nicht ausreichen“, so Siegfried Pillbauer.

Zuletzt wurde noch das Radwegenetz angesprochen. Es sei unbedingt angebracht, dass das Verkehrskonzept mit dem Radwegenetz abgeglichen und angepasst wird um einem attraktiven Fortbewegungsmittel keine Nachteile zu verschaffen.