Ergebnis nicht zufriedenstellend

Bildschirmfoto 2017-05-10 um 21.31.14Fraktion der Linken sieht im Ergebnis des Fahrradklimatests ein Alarmsignal und testiert dringenden Handlungsbedarf. Die ADFC-Umfrage offenbart eine Reihe von eklatanten Mängeln im Gmünder Fahrradnetz.

Die Stadt erreicht bei der ADFC-Umfrage den 74. Platz von 98 untersuchten Städten vergleichbarer Größe und befindet sich demzufolge weit abgeschlagen im hinteren Drittel. Dies muss aus Sicht der Fraktion der Linken im Gmünder Gemeinderat aufhorchen lassen und zu einem Umdenken führen.

Immer mehr Menschen steigen auf das Rad um; auch die Steigungen im Norden und Süden der Stadt halten dank der E-Mobilität diese nicht von der Nutzung des Fahrrads als alltägliches Verkehrsmittel ab. Wichtig ist nach Ansicht der Fraktion der Linken dabei aber auch, dass die Infrastruktur stimmt und da hinkt, wie auch das Ergebnis der Umfrage belegt, Schwäbisch Gmünd hinterher. „Wir müssen endlich davon wegkommen, die Radfahrer auf teure Radwege durchs Grüne abzuschieben. Vielmehr müssen wir die Radfahrer als vollwertige Verkehrsteilnehmer betrachten und ihnen diesen Raum auf den Straßen auch zugestehen“, so Stadträtin Martina Rosenberger. Das bedeute aus Sicht der Linken, dass es viel mehr durchgängige Schutzstreifen auf Gmünds Straßen geben müsse. Es könne auch nicht wie in der Vergangenheit und auch noch in der Gegenwart sein, dass den Radfahrern ein permanenter Wechsel zwischen Straße, Schutzstreifen, Geh- und Radweg usw. zugemutet werde. Dies führe zu einer großen Verunsicherung und im schlimmsten Fall zu Unfällen. Auch die von Fußgängern und Radfahrern gemeinsam genutzten Wege führen durch steigende Radfahrerzahlen immer wieder zu Konflikten und seien daher nicht mehr zeitgemäß. Außerdem plädiert die Fraktion der Linken dafür, den von Karl Miller angestoßenen Pilotversuch mit einer Aufstellfläche für Radfahrer vor Ampeln auf weitere Signalanlagen auszuweiten. „Wir haben das Gefühl, dass die Lobby von Radfahrern in der Verwaltung nicht sonderlich gut ist und es deshalb unglaublich zäh und langsam vorangeht. Wenn es bei der Autoinfrastruktur auch so gewesen wäre, dann würden heute noch Kutschen im Stadtgebiet herumfahren“, so die Stadträtin Cynthia Schneider.

Die Linke Fraktion erwartet von der Verwaltung ein Umdenken und sieht angesichts von immer mehr Kraftfahrzeugen und in Folge dessen immer mehr Stau auf den Straßen eine wachsende Ungeduld der Bürgerinnen und Bürger. „In den Morgen- und Abendstunden fühlt man sich auf den Hauptverkehrsachsen wieder an die Zeit vor der Tunneleröffnung zurückversetzt. Dies und das Ziel mehr Einwohner für die Stadt zu gewinnen, muss aus unserer Sicht endlich zu einem Paradigmenwechsel in der Mobilitätspolitik der Stadt führen“, so der Fraktionsvorsitzende Sebastian Fritz. Die Fraktion plädiert neben der konsequenten Förderung der Radinfrastruktur auch dafür, das Augenmerk auf den ÖPNV und die Fußgänger zu legen. Die Fahrradmitnahme in den Bussen ist zum Beispiel eine gute Möglichkeit um die Steigungen im Norden und Süden der Stadt zu meistern.