Energiewende lokal umsetzen!

15. Juli 2011  Gemeinderat, Sebastian Fritz

Im nachfolgenden können Sie die Rede zum 10-Punkte Programm von Stadrat Sebastian Fritz lesen:

Schwäbisch Gmünd hat einen Anteil an aus erneuerbaren Energien gewonnenen Strom von 1,16 % (Stand 2010). Dieser ist in der Zwischenzeit sicherlich gestiegen, aber nur geringfügig. Daher freuen wir uns, dass sie Herr Oberbürgermeister die Signale aus der Bevölkerung aufgenommen haben konkrete Taten folgen lassen! Die 50% bis 2022 gehen in eine ähnliche Richtung wie dies der Kreistag beschlossen hat, allerdings mit einem wesentlichen Unterschied: Der Kreistag hat zu seinem Beschluss noch die Ergänzung angefügt, dass die 50 % Strom aus erneuerbaren Energien HIER also lokal produziert werden müssen!

Außerdem sind darin noch nicht berücksichtigt, dass sich der Bereich der erneuerbaren durch diesen Schub den die Branche derzeit erlebt, auch noch mehr Innovationen ergeben werden, die eine verbesserte Erzeugung gewährleisten! Auch der Punkt des Repowerings wird in der vorliegenden Vorlage nicht erwähnt. Daher möchten wir darauf hinwirken, dass zumindest der Kreistagsbeschluss angestrebt werden solle und stellen hiermit den Antrag, dass in die Ziffer 1 des 10-Punkte-Programms der Begriff lokal ergänzt wird.

Lassen Sie mich dieses auch kurz begründen.

Auf der Internetseite der Stadtwerke ist zu lesen, dass im Jahr 2009 der Anteil an erneuerbaren Energien bereits bei knapp 22% liegt. Wie kommt dies zustande? Durch die Beteiligung an den Offshore Windparks in der Ost- und der Nordsee und der Beteiligung in Ellwangen. Dies ist aus unserer Sicht zwar nicht grundlegend falsch, jedoch halten wir es für sinnvoll, wenn die Energie hier erzeugt wird und damit auch die Wertschöpfung und die Arbeitsplätze hier entstehen. Ein weiteres Argument das gegen solche Beteiligungen spricht, ist der damit verbundene drastische Ausbau der Leitungsnetze und das halten wir nicht für erstrebenswert. Daher ist aus unserer Sicht auch zu klären, von welchen Zahlen wir jetzt starten, denn wenn wir die 50 % wie in Punkt 1 vorgesehen von den 22% Strom aus regenerativen Energien aus erreichen wollen ist es aus unserer Sicht nicht besonders ehrgeizig und die Vermarktung des Gmünder Naturstroms leidet weiterhin unter dem Wiederspruch auf der einen Seite etwas zu unternehmen und auf der anderen Seite von einem Unternehmen geliefert zu werden, das über einen sehr hohen Anteil an Kernenergie verfügt.

Meine Damen und Herren, ich möchte diese Vorlage nicht kleinreden, denn ich denke wir sind bei der Debatte auf einem sachlichen und guten Weg. Auch die 180° Kehrtwende in Teilen der Gesellschaft zeigt, dass etwas in Bewegung ist. Aber eines möchte ich dennoch anmerken. Dieser 10-Punkte Plan sowie der Start der Werbekampagne für den Gmünder Naturstrom erscheinen von außen betrachtet als sehr überhastet. Ich möchte darum bitten, dass das Thema ganzheitlich angegangen wird und mit einem Blick nach Aalen wird auch klar was ich damit meine. Die Stadt hat im November 2010 ihr Klimaschutzkonzept beschlossen, in dem eine Vielzahl von Maßnahmen beschlossen wurden. Diese Maßnahmen beziehen sich nicht nur auf die Erzeugung von Energie, sondern decken viele weitere Bereiche ab unter anderem schaffen sie Anreize für die Bürgerinnen und Bürger durch die Abgabe von Kühlschränken auf weniger Energieverbrauch umzustellen. Dies wird dann noch mit einer lustigen Aktion verpackt.

Dennoch unterstützen wir diese Vorlage unter Berücksichtigung unserer Ergänzung.