Empörung über die Rodelbahn

IMG_5444Info-Abend der Linken / Notfalls Bürgerentscheid gegen das Projekt

Steigender Flächenverbrauch, soziale Wohnraumförderung – und natürlich die geplante Rodelbahn im Taubental: Das waren Inhalte beim gut besuchten Themenabend der Gmünder Linken.

Schwäbisch Gmünd. Linke-Stadtrat Sebastian Fritz kritisierte den immer weiter voranschreitenden Flächenverbrauch in Gmünd und den umliegenden Gemeinden. Ebenfalls kritisch sei, dass sich die Wohnungsbaupolitik in den letzten Jahren sehr stark auf einkommensstarke Haushalte ausrichte. „Die VGW investiert zurecht viel Geld in die energetische Sanierung der Häuser, dies geht jedoch einher mit Mieterhöhungen welche den Wohnraum für mehr und mehr Menschen finanziell untragbar machen“, so der Stadtrat.

Der Referent des Abends, der Hauptgeschäftsführer des BUND Ostwürttemberg Andreas Mooslehner, zeigte die Entwicklung des Flächenverbrauchs in den letzten Jahren. Dabei wurde deutlich, dass trotz des langsamen Bevölkerungsrückgangs der Flächenverbrauch deutlich anstieg.

Mooslehner zeigte mit Hilfe von Karten, die Ortschaften Großdeinbach, Wetzgau/Rehnenhof, Mutlangen und Lindach schon fast zusammen gewachsen sind. Er erläuterte die von der Stadt geplante Rodelbahn im Taubental und deren Auswirkung auf den Erholungswald. In vielen Äußerungen machten die Zuhörer ihre Ablehnung deutlich. Auch Stadträte anderer Fraktionen waren gekommen um sich die Argumente anzuhören. Besonders kritisch wird die bisherige Detailplanung gesehen: Es könne doch wohl nicht sein, „dass die Aufständerung ausschließlich mit Erdnägeln erfolgen soll“, so Martin Nuding von den Linken: „Immerhin besteht der Untergrund des Taubentalwaldes überwiegend aus Sandstein und Knollenmergel.“ Aber auch die noch nicht genau bezifferte Zahl der neu zu schaffendenParkplätze in Wetzgau sei nicht hinnehmbar. „Wir wissen von der Rodelbahn am Feldberg, dass dort 200 PKW-Parkplätze und fünf Busparkplätze errichtet wurden und die haben nicht auch noch einen Landschaftspark, einen Himmelsstürmer und ein aufgewertetes Naturatum wie wir in Wetzgau“, so Fritz.

Das Taubental sei ein einmaliges Erholungsgebiet in Kernstadtnähe, das als solches auch erhalten bleiben müsse. Dass das Taubental durch das Naturatum und durch den Mediationsweg und Naturatum eh schon übervölkert sei, sei schlichtweg nicht war, sagte Jennifer Jones Vorstandsmitglied des Ortsverbands der Linken .Die beiden Stadträte der Linken bekannt, dass sie auf keinen Fall für die Rodelbahn stimmen werden. „Die anwesenden Gemeinderatsmitglieder von Grünen und SPD hoffen darauf das die sachliche Diskussion im Gemeinderat und in der Verwaltungsspitze ein Einlenken möglich machen“ so Peter Yay Müller Stadtrat der Linken.

Sollte der Gemeinderat trotz der vielen Kritik für die Rodelbahn stimmen, will ein breites Bündnis aus Naturschutzverbänden, Bürgern und Fraktionen des Gemeinderates einen Bürgerentscheid organisieren.

© Gmünder Tagespost 12.06.2013