Einziger Bewerber für den Zeiselberg: die Lammbrauerei

Bildschirmfoto 2016-04-27 um 22.09.56Die Lammbrauerei aus Untergröningen ist als einziger Bewerber geblieben, der am Zeiselberg investieren möchte. Anfangs gab es sechs Interessenten in dem Wettbewerb für den Bau und Betrieb einer Gaststätte mitsamt des Biergartens dort. Für die Sitzung des Bau-, Umwelt- und Verwaltungsausschusses am Mittwoch hatten zwei Bewerber die Präsentation ihres Konzeptes angekündigt. Fabian Wolf, Bauunternehmer aus Bettringen, und Johannes Barth, der den Biergarten auf dem Zeiselberg seit fünf Jahren betreibt, hatten ihre Bewerbung „kurzfristig zurückgezogen“, wie Oberbürgermeister Richard Arnold in der Sitzung bekannt gab und erklärte: „Es ist daran gescheitert, dass nicht genug Geldgeber zusammengetrommelt werden konnten.“ Fabian Wolf habe diese Geldgeber gesucht, erklärte Architekt Michael Kohn, der die Pläne für ihn und Johannes Barth ausgearbeitet hatte. Pläne, die wohl einfach zu teuer sind für Investoren, sagt der Gastronom.

Für ihn bedeutet dies jedoch nicht unbedingt das Aus als Betreiber der Gastronomie auf dem Zeiselberg: „Wir sind in aussichtsreichen Verhandlungen“, sagt Johannes Barth auf Nachfrage zu den Gesprächen, die er mit der Lammbrauerei führe. Diese hat neben der Brauerei in Untergröningen auch den Brauereigasthof „Zum Lamm“ sowie in der Ledergasse in Schwäbisch Gmünd das Lokal „Hinz und Kunz“.

Der Biergarten auf dem Zeiselberg würde als zweites Standbein in Gmünd „gut in unser Konzept passen“, sagte Inhaber Andreas Kunz. Mit seiner Mitarbeiterin Sarah Kuhn stellte er dem Ausschuss die Pläne vor, die er mit Architekt Stefan Feifel vom Büro „(t)raumwerk“ und mit Holzbau Kielwein als Partner verwirklichen will. Die Gaststätte als Bau mit Holzfassade soll dort entstehen, wo das Biergartenteam aktuell aus Hütten heraus die Gäste bedient. Im Erdgeschoss ist der Gastraum mit 100 Sitzplätzen geplant. Eine Glasfront soll einen Blick auf die Stadt bieten. Zum Biergarten hin ist ein Kiosk vorgesehen. Der Biergarten selbst soll rund 300 Sitzplätze bekommen. Eine Holzfront soll die Besucher dort vor Wind schützen.

Mit einem weicht der Plan von den Vorgaben der Stadtverwaltung ab: Im ersten Stock will Andreas Kunz Wohnungen für Mitarbeiter des Biergartens einrichten. „Unter dem Blickwinkel der sozialen Kontrolle ist es nicht schlecht, wenn dort jemand wohnt“, sagte der Oberbürgermeister dazu. Für den Brauerei-Chef ist dies die Voraussetzung, dass sich die Investition in ein Gebäude dort rechnen kann, sagte er.

Wir sind in aussichtsreichen Verhandlungen.

Johannes Barth, Gastronom, über Gespräche mit der Lammbrauerei

„Wir haben nichts gegen Wohnungen“, meinte CDU-Stadtrat Christof Preiß, der selbst Architekt ist. Die Pläne nannte er jedoch „sehr kostenorientiert“ und fragte, ob hier ein „zweiter Aufschlag“ geplant sei. Der Bau wirke „sehr dominant“, formulierte es Stadtrat Ullrich Dombrowski (Bürgerliste): „Da sollte man sich überlegen, wo man nacharbeiten kann.“ Kunz signalisierte Zustimmung. Nur teurer dürfe der Bau nicht werden. Architekt Feifel erklärte, er habe sich an der Vorlage von Landschaftsarchitekt Professor Jörg Stötzer orientiert.

Grünen-Stadtrat Karl Miller sprach die Höhe des Gebäudes an: Die zwei Geschosse kommen auf sieben Meter, der Dachaufbau ragt weitere drei Meter in die Höhe. Die Spitze des Daches sieht auch Constance Schwarzkopf-Streit (Freie Wähler Frauen) als optisches Problem. Böse formuliert könne man das Gebäude als „Gondelstation“ bezeichnen. Ein „begrüntes Flachdach“ schlug Stadtrat Sebastian Fritz (Linke) anstelle der hochgezogenen Dachform vor.

SPD-Stadtrat Konrad Sorg hakte nach, ob der zweite Bewerber noch an Bord wäre, wenn auch er die Option für Wohnungen hätte. „Nein“, antwortete Richard Arnold, „daran ist es nicht gescheitert“.

Dass die Lammbrauerei zur Investition bereit sei, freue ihn außerordentlich, betonte der Oberbürgermeister. „Wir wollen hier was Tolles machen“, versprach Andreas Kunz. Ob er den Zuschlag erhält, muss letztlich der Gemeinderat entscheiden.

© Gmünder Tagespost 19.07.2017 21:56