Einzelhandel und Nachhaltigkeit im Blick behalten

11. Dezember 2019  Gemeinderat, Ortsvorstand, Presse, Redaktion

LINKE-Ortsverband begrüßt die Entscheidung gegen eine Ansiedlung von Amazon in Schwäbisch Gmünd. Auswirkungen auf Einzelhandel und Geschäftsmodell des Konzerns lassen nur diesen Schluss zu.

Auf dem kürzlich durchgeführten Stammtisch der Linken wurde nochmals über die Entscheidung des Verwaltungsausschusses, sich gegen eine Ansiedlung von Amazon in Schwäbisch Gmünd auszusprechen, diskutiert. Aus Sicht der Anwesenden war dieser Beschluss der einzig vernünftige, denn Amazon ist schon seit langem für seine miserablen Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten bekannt. Wenn dann im gleichen Atemzug eine 30.000 Quadratmeter große Fläche überbaut werde und lediglich an die 60 Arbeitsplätze vorwiegend im prekären Bereich geschaffen würden, sei dies völlig unverhältnismäßig. Hinzu kommt, dass diese Arbeitsplätze der voranschreitenden Umstellung auf Automatisierung in naher Zukunft sicherlich größtenteils zum Opfer fallen würden.

Die Amazon-Verantwortlichen sprachen davon, dass eine Ansiedlung in Schwäbisch Gmünd auch für den Einzelhandel Vorteile hätte. So sei eine Anmeldung für Einzelhändler möglich und die Produkte würden von Amazon verteilt werden. Nach Ansicht der Gmünder Linken stellt dies kein Argument dar, denn dies können die Einzelhändler bereits heute. Vielmehr hat das HGV-Beiratsmitglied im Handels- und Gewerbeverein Wolfgang Russ auch große Bedenken, insbesondere wegen dem damit verbundenen Verkehrsaufkommen, geäußert. Auch der Wirtschaftsbeauftragte Alexander Groll wurde mit den Worten zitiert, „dass er gemischte Gefühle habe“. Insbesondere die Ein-Tag-Lieferfrist, die mit einer Ansiedlung in Schwäbisch Gmünd garantiert würde, könnte dem Einzelhandel zusätzliche Schwierigkeiten bereiten.

Die Anwesenden begrüßen daher die klare Haltung der Hälfte des Verwaltungsausschusses zu dem Thema, da die Fakten auch jetzt schon bekannt seien und die Verwaltung schon genügend mit Sanierungs- und Neubauprojekten beispielsweise bei Schulen und Kindergärten beschäftigt sei. Teilweise können diese wegen mangelnder Planungskapazitäten nicht in dem Zeitrahmen wie notwendig oder gewünscht umgesetzt werden.

Abschließend zeigten sich die Anwesenden darüber erfreut, dass es durch die Kommunalwahl offenbar gelungen sei, Mehrheiten für eine moderne, zukunftsweisende Politik im Gmünder Gemeinderat zu erreichen. Dies sei ermutigend für viele weitere wichtige Entscheidungen und bei der dringend notwendigen Neuausrichtung der Gmünder Stadtpolitik.