Einsparungen durch Kreisstraße?

Schwäbisch Gmünd. Mit großer Mehrheit befürwortet der Gemeinderat die Straßenanbindung des Gewerbegebiets Gügling Nord an die Ortsumfahrung Bargau. Die Stadt kann nun einen Bebauungsplan in die Wege leiten und die nötigen Grundstücke kaufen.

Nicht alle Räte sehen in diesem Straßenneubau nur Vorteile. Eine von Gabriel Baum, Fraktionsvorsitzender der Grünen, angeregte Verkehrsanalyse wird auf jeden Fall kommen. „Sie ist Teil des Bebauungsplanverfahrens“, sagt Gerhard Hackner, Leiter des Amts für Stadtentwicklung. „Neue Straßen ernten neuen Verkehr“, warnt Gabriel Baum. Johannes Zengerle (SPD) regt an, sich über die Straßenbauförderung Gedanken zu machen. Der frühere Chef der Gmünder Tunnelbaustelle hält das Vorhaben auf dem Gügling für förderfähig. Bürgermeister Dr. Joachim Bläse wird deshalb mit dem Regierungspräsidium über eine Förderung reden.

Während der Zeit bis zu einer Entscheidung – von neun Monaten ist die Rede – könne man die Bauleitplanung voranbringen. Weil der Gügling als größtes zusammenhängendes Industriegebiet Ostwürttembergs damit an das östliche Kreisgebiet angeschlossen werde, sagt Johannes Zengerle, sollte der Kreis diese Straße bauen, meint er an die Adresse des künftigen Landrats. Zengerle wünscht sich auch Korrekturen beim Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV): Der müsse von Bettringen kommend durch den Gügling Richtung Bargau fahren. Ein Wunsch, den auch Sebastian Fritz, Fraktionsvorsitzender der Linken, unterstützt. Zum Mobilitätskonzept gehöre auch eine entsprechende Radwegeverbindung.

Platz für Erdaushub

Die Stadt hat für die neue Straße mehrere Varianten ausgearbeitet. Basis für einen Bebauungsplan ist die sogenannte Variante 3b. Sie verläuft nahe an der Bestandstrasse und am Gewerbegebiet Gügling entlang. Dadurch werde eine Zerschneidung der Flächen verringert.

Zusätzlich wurde untersucht, wie sich diese Variante mit einer Erdauffüllung auf die Gegebenheiten auswirkt, da sich im Bereich östlich des Solarparks Gügling eine Untersuchungsfläche für eine mögliche Erdauffüllung befindet. Die würde sich auf die Anschlusslänge sowie auf die Regenrückhaltebecken positiv auswirken, weil die Geländeneigung deutlich reduziert werden könnte. Die Kosten der Variante ohne Erdauffüllung werden dabei auf 6,1 Millionen Euro geschätzt, die mit Erdauffüllung auf 6,6 Millionen Euro. Die höheren Kosten entstehen, weil die Straße im Bereich der Erddeponie zunächst auf dem entsprechenden Niveau hergestellt werden muss, um im Umfeld Erde deponieren zu können. Weil durch die Modellierung Erde abgelagert werden kann, erzielt die Stadt aber auch Einnahmen. Dadurch könnte sich die Kostendifferenz egalisieren.

Verkehr in Zimmern

Sebastian Fritz befürchtet durch den Straßenneubau zusätzlichen Verkehr durch Zimmern und schlägt vor, diese Verbindungsstraße nach Zimmern zur Anliegerstraße zu machen. In diesem Punkt fordert Oberbürgermeister Richard Arnold eine ganz genaue Prüfung. „Sie müssen dann den Autofahrern, die so von Iggingen kommend zum Gügling unterwegs sind, genau sagen, wo sie zu fahren haben.“ Dann nämlich würde Hussenhofen mehr Verkehr abbekommen, wenn mehr Autos über die Buchauffahrt zum Gügling müssen. „Da müssen wir mit Hussenhofen und Zimmern erst einmal Gespräche führen“, sagt der Oberbürgermeister.

Diese Verkehrsanordnung soll nun separat geführt werden, nicht in Zusammenhang mit dem geplanten Straßenneubau.

© Gmünder Tagespost 01.07.2020 20:21