Einmal keine Dresche für Busunternehmen

Bildschirmfoto 2016-04-27 um 22.09.56Schwäbisch Gmünd. Sie waren äußerst dankbar. Denn „in der Regel bekommen wir Dresche“, sagte Frank Schuster am Mittwoch Gmünds Stadträten. Diese hatten die Omnibusunternehmen Stadtbus und Fahrbus zuvor gelobt. Nachdem Dirk Massanetz, Betriebsleiter von Stadtbus, und Torsten Queren, Geschäftsstellenleiter Fahrbus Ost-alb, ihnen ihre Unternehmen, ihre Wünsche und ihre Zukunftspläne vorgestellt hatten.Stadtbus. Stadtbus gibt’s seit 1932, sagte Massanetz. Das Unternehmen hat zwölf Linien, über 350 Haltestellen, mehr als 100 Mitarbeiter und 60 Busse. Seit 2007 kooperiert Stadtbus kreisweit mit 21 Unternehmen im Tarifverbund. Stadtbus bietet abends und an Wochenenden das 1-Euro-Ticket an, zudem Fahrradmitnahme und seit kurzem „Halt auf Zuruf“. Dies bedeutet, der Fahrgast bittet den Busfahrer zwischen zwei Haltestellen, ihn aussteigen zu lassen. In die Zukunft geblickt, arbeitet Stadtbus an E-Tickets und Handy-Tickets und einer „dynamischen Fahrgastinfo“, Anzeigen in Bussen also. Zudem testet Stadtbus Hybridfahrzeuge, da es „noch keine serienreifen, alltagstauglichen Elektrobusse“ gebe.

Fahrbus. Bei Fahrbus Ostalb stimmen zwölf Unternehmen und DB Regio ihre Fahrpläne und Fahrscheine aufeinander ab. Fahrbus Gmünd gibt es seit 2003, 2012 wurde dieses zu Fahrbus Ostalb, sagte Queren. Gut 130 Busse fahren mehr als 1500 Haltestellen an. Im Raum Gmünd sind es sechs Unternehmen mit 40 Bussen, davon 21 Niederflurbusse. Sie bedienen auf neun Linien etwa 400 Haltestellen. Fahrbus prüft Radmitnahme und das 1-Euro-Ticket, so sich dies rechnet. Zudem will Fahrbus ab 2019 Elektrobusse einsetzen. Queren äußerte Wünsche: eine Toilettenanlage für Mitarbeiter am Omnibusbahnhof ZOB und Abstellmöglichkeiten für Busse für kurze Pausen. Zudem, dass Haltestellen von Autos frei bleiben. Dies ist in den Schmiedgassen und der Kappelgasse ein Problem. Die Autos sollten notfalls abgeschleppt werden. Queren bat zudem um Busspuren zur Beschleunigung, ebenfalls zum Beispiel in der Schmiedgasse.

Die Räte. Die Fraktionen lobten Stadtbus und Fahrbus. Und fragten: Thomas Kaiser (CDU) regte an, Lücken im Fahrplan nach Degenfeld, Rechberg und Zimmern zu schließen. Konrad Sorg (SPD) schlug vor, den Übergang zum Verkehrsverbund Stuttgart VVS zu verbessern. Mehr Marketing für Stadtbus und Fahrbus forderte Elmar Hägele (B 90 / Grüne). Die Kosten für Busspuren wollte Ullrich Dombrowski (BL) wissen. Zubringerbusse von der Ledergasse zum Marktplatz regte Dr. Constanze Schwarzkopf-Streit (FWF) an. Ob alle Unternehmen Radmitnahme garantieren könnten, wollte Sebastian Fritz (Die Linke) wissen. Massanetz und Queren wollen die Fragen und Anregungen auf den Prüfstand stellen.

© Gmünder Tagespost 29.03.2017 19:23