Einbahnstraßen gegen Verkehrschaos beim Markt

SCHWÄBISCH GMÜND (esc). Der Ortschaftsrat von Rehnenhof/Wetzgau befasste sich in seiner Sitzung am Freitagabend ausgiebig mit Themen aus dem Bereich Verkehr. Eingeladen war dazu der neue Leiter des Bereichs Umwelt und Verkehr im Gmünder Ordnungsamt Raphael Wieler. Ortsvorsteher Johannes Weiß sollte recht behalten, mit seiner zu Beginn der Sitzung geäußerten Bitte an das Gremium, sich auf die gelisteten vier Punkte zu beschränken. Es gab genug Diskussionsstoff.

Die vier Verkehrsthemen waren die Situation rund um den Wochenmarkt, die Anbringung von Radschutzstreifen in der Deinbacher Straße, eine neue Verkehrsführung am Kolomannkreisel und die Anbringung von Zebrastreifen am Kreisverkehr Drei Linden.

Besonders diskutiert wurde das, wie Weiß erklärte, brisanteste der Themen – die Verkehrslage während des Wochenmarktes rund um den Kirchplatz, im Prager Weg und der Karlsbader Straße. Der Wochenmarkt werde, so Weiß, von vielen Menschen, auch aus den umliegenden Ge- meinden, gerne besucht. Nicht zuletzt, weil es möglich ist, „fast direkt hinzufahren“. Dies wiederum führe zu chaotischen Verhältnissen, da überall, auch verkehrswidrig, geparkt werde. Die Situation könne nun nicht mehr geduldet werden, so der Ortsvorsteher.

Es präsentiert zwei Ideen: Man könne das Gespräch mit den Marktbeschickern suchen und diese überzeugen, während des Marktes ihre Lkw ein Stück weiter weg zu parken. Damit würden pro Lkw zwei weitere Parkplätze für Pkw zur Verfügung stehen. Der zweite Vorschlag zielte dahin, den Prager Weg und die Karlsbader Straße dauerhaft zu einer Einbahnstraße zu machen. Die Frage wurde lange diskutiert und schlussendlich sollen beide Lösungen zum Tragen kommen. Das Gespräch mit den Marktbeschickern soll geführt werden, was auch Raphael Wieler als charmante Lösung bezeichnete. Aber das, so der Tenor in der Diskussion reiche nicht auch. Die Einbahnstraßenlösung wurde einhellig für gut befunden. Wie genau diese verlaufen werden, und ob Parkflächen ausgewiesen werden, soll nun eine Verkehrsschau zeigen.

Die bisherige Lösung – ein gemeinsamer Fuß- und Radweg entlang der Deinbacher Straße – habe sich als gefährlich erwiesen, weshalb die Radler nun auf der Straße fahren müssen, erklärte Johannes Weiß. Deshalb sollen nun durchgängig und beidseitig Radschutzstreifen installiert werden. Ob dies möglich ist, müsse ein Gutachten zeigen, da die Straße exakt vermessen werden muss, erklärte Wieler dazu. Sebastian Fritz betonte, dass durch Radschutzstreifen vorhandene Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern oder Autofahrern beenden würden. Um diese jedoch zu installieren, müssten die Fahrbahnverengungen – Querungshilfen – in der Deinbacher Straße entfernt werden, stattdessen würden Zebrastreifen benötigt. Da die Radschutzstreifen auf allgemeine Zustimmung im Wetzgauer Ortschaftsrat stießen, wird Wieler das Anliegen bei der Verwaltung vorbringen und abklären, ob das Gutachten – auch aus finanziellen Gründen – möglich ist.

Im Rahmen der Diskussion um den Rückbau des Kolomannkreisels beantragte Ortsvorsteher Weiß eine Verkehrszählung, da der Verkehr in der Ortsdurchfahrt stark zugenommen habe. Zum Kreisel selbst sagte Weiß: „Er funktioniert nicht. Ich könnte mich mit dem Rückbau anfreunden.“ Durch den Kreisel geben es hier auch eine Gefahrenstelle. Die möglichen Lösungen werden in das Gutachten, das wegen der Radschutzstreifen erstellt werden muss, einbezogen und ein Gesamtgutachten der gesamten Ortsdurch- fahrt erstellt.

Der Kreisverkehr Drei Linden sei nur auf der Tagesordnung, sagte Weiß, weil er an den Zebrastreifen erinnern wollte, der bereits nach der Landesgartenschau vorgesehen war. Inzwischen gebe es neue Richtlinien, die an allen Kreisverkehren Zebrastreifen verlangen.

Copyright Rems Zeitung, 25.01.2020