Ein farbenfroher Platz für Kultur

18. Dezember 2011  Presse, Redaktion

Ein selbstverwaltetes Jugendkulturzentrum mit unkommerziellen Angeboten für junge Leute – dieses Konzept für das „Esperanza“ in der Gmünder Oststadt ist zehn Jahre alt. Und allen Unkenrufen von damals zum Trotz hat es sich bewährt. Zur „Esperanza-Crew“, wie sich die Aktiven im Haus nennen, kamen seitdem immer wieder neue junge Leute hinzu. Grund genug, um den runden „Espe-Geburtstag“ zu feiern.

CORDULA WEINKE

Im Jubiläums-Shirt „10 Jahre Esperanza“ hält JKI-Vorsitzende Johanna Nick (Mitte) die Festrede, neben ihr Barbara Herzer und „Espe-Mitbegründer“ Sebastian Fritz.

Primanota sorgen für die Jubiläumsmusik. An diesem Abend steht Dario (links) mit dem Trio auf der Bühne – ein Mitbegründer und inzwischen im Förderverein des „Esperanza“ und sonst Kopf der Tony Montanas. (Fotos: Hartmut Hientzsch)

Schwäbisch Gmünd. Wo sonst eher laute Konzerte und Partys oder kunterbunte Workshops angesagt sind, geht es an diesem Donnerstagabend, zur Jubiläumsfeier, beschaulich zu. Schließlich sind ja auch viele ältere und offizielle Gäste eingeladen. Und denen serviert die „Espe-Crew“ dann auch ein festliches Programm mit Häppchen, Musik der Band Primanota und Ansprachen.

„Ich hätte vor zehn Jahren nicht gedacht, dass dieses Haus so lange bestehen würde“, betont Johanna Nick. Aber sie erklärt auch gleich: „Damals war ich eben erst sieben Jahre alt.“ Johanna ist inzwischen Vorsitzende der Gmünder Jugendkulturinitiative (JKI), des offiziellen Vereins, der hinter dem „Espe“ steht.

Musik, Kunst sowie Projekte gegen Ausgrenzung und Diskriminierung

Einige JKI-Aktivitäten zählt Johanna auf: „Wir fördern junge Kultur, dafür sind wir weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Bei uns können Bands erste Erfahrungen sammeln oder junge Künstler ihre Bilder ausstellen. Wir engagieren uns gegen Ausgrenzung und Diskriminierung, indem wir mit dem ‘Haus Lindenhof’, der ‘Lebenshilfe’ und Menschen aus dem Asylbewerberheim auf dem Gmünder Hardt zusammen viel auf die Beine stellen.“ Kurzum, aus einem grauen, renovierungsbedürftigen Haus sei innerhalb von zehn Jahren eine farbenfrohe Begegnungsstätte geworden.

Das bescheinigt an diesem Festabend auch Joachim Haller, Leiter des Gmünder Kulturamts, in Vertretung des Oberbürgermeisters. Natürlich werde die Stadt dieses Projekt weiterhin finanziell und ideell unterstützen, verspricht er Johanna Nick, die sich dafür wiederum im Namen der JKI bedankt. Und Johanna freut sich, dass Barbara Herzer, als Vertreterin des Gmünder Stadtjugendrings, mit herzlichen Worten die JKI und das „Esperanza“ lobt und Geldscheine als Geburtstagsgeschenk überreicht.

Hoffnungsträger und Heimat für viele junge Leute in der Region

„Esperanza bedeutet Hoffnung“, betont Sebastian Fritz. Er zählt zu den Mitbegründern des Jugendkulturzentrums. Und er erinnert daran, mit wieviel Skepsis damals einzelne Mitglieder des Gmünder Gemeinderats beraten hätten, ob sie das Vorhaben finanziell unterstützen sollen. Inzwischen sitzt Sebastian Fritz selber im Gemeinderat. Und längst, so sagt er, sei klar, dass das „Espe“ vielen Jugendlichen Perspektiven bietet. „Das oft beklagte Komasaufen junger Leute gab’s hier noch nie“, betont er.

Dario, ein weiteres Gründungsmitglied und sonst oft als Frontmann der Tony Montanas im „Espe“, steht an diesem Abend neben seinem Vater Toni Mangieri und dessen Band Primanota mit italienischen Liedern auf der Bühne. Dario erklärt: „Das ‘Esperanza’ ist mehr als ein Zuhause, es ist eine Heimat für viele. Denn aus deinem Zuhause kannst du ausziehen, deine Heimat bleibt.“

© Gmünder Tagespost 16.12.2011